Abrechnungsbetrug (Foto: dpa)

Abrechnungsbetrug: Razzia in Blieskasteler Praxis

Thomas Gerber   10.04.2019 | 17:25 Uhr

Im Rahmen der Ermittlungen zum Abrechnungsbetrug durch Ärzte hat es am Mittwoch erneut eine größere Razzia der Saar-Polizei gegeben. Schwerpunkt war die Praxis eines Allgemeinmediziners in Blieskastel. Er soll mit einigen seiner Privatpatienten gemeinsame Sache gemacht und die Kassen betrogen haben.

Bei dem Allgemeinmediziner lief am Nachmittag der Anrufbeantworter – die Praxis sei aus technischen Gründen heute geschlossen. Durchsucht wurde offenbar nicht nur in der Praxis, sondern auch bei etwa einem Dutzend Privatpatienten des Beschuldigten. Sie sollen Scheinrechnungen ihres Arztes bei den Kassen oder auch der Beihilfestelle eingereicht haben. Das Geld, das ihnen erstattet wurde, sollen sie dann mit ihrem Hausarzt geteilt haben.

Durchsuchungen auch bei Patienten

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Zu den Ermittlungen gegen einen Blieskasteler Allgemeinmediziner und 13 Privatpatienten hat die Staatsanwaltschaft weitere Einzelheiten bekannt gegeben. Gegen den Mediziner werde wegen Beihilfe und gegen seine Patienten wegen Betruges ermittelt, teilte die Behörde auf SR-Anfrage mit. Auch ein Beamter des Finanzministeriums steht demnach im Fokus.

Die Staatsanwaltschaft wollte sich zur Höhe des mutmaßlichen Schadens zwar nicht äußern, über die Jahre soll aber eine beachtliche Summe zusammengekommen sein – die Rede ist von einem deutlich sechsstelligen Betrag. Bei den beschuldigten Patienten soll es sich um durchaus vermögende Personen handeln. Nach SR-Informationen bekam auch ein hoher Ministerialbeamter am Vormittag Besuch von den Ermittlern. Er arbeitet in gehobener Position in der Landesverwaltung – ausgerechnet auch noch im Finanzministerium.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 10.04.2019 berichtet.  

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