In einem St. Ingberter Labor werden Corona-Proben analysiert (Foto: Sebastian Knöbber)

Wie werden die Corona-Tests im Saarland analysiert?

Felix Schneider / Thomas Braun   06.04.2020 | 12:00 Uhr

Labore haben derzeit viel zu tun: Rund um die Uhr werden Coronatests analysiert - alleine im Saarland mehrere Hundert pro Tag. Aber wie genau läuft das eigentlich vom Abstrich bis zum fertigen Laborergebnis?

Der Abstrich ist schnell gemacht: Mit einem Wattestäbchen wird einmal entlang des Rachens vorbeigestrichen. Das Stäbchen kommt anschließend in ein Plastikröhrchen - zusammen mit persönlichen Daten des Patienten, so dass die Probe unverwechselbar ist.

Wie läuft ein Corona-Test ab? (06.04.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 06.04.2020, Länge: 03:00 Min.]
Wie läuft ein Corona-Test ab? (06.04.2020)

Mindestens 350 Abstriche pro Tag

Tausende Saarländer kennen dieses Verfahren bereits. In den vergangenen beiden Wochen wurden nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung alleine in den verschiedenen Corona-Testzentren täglich zwischen 350 und 450 Proben entnommen.

Diese Proben landen alle im MVZ Labor Saar in St. Ingbert - zusätzlich zu den Proben aus mehreren saarländischen Kliniken und einzelnen Arztpraxen. Insgesamt gut 90 Prozent der saarländischen COVID-19-Proben laufen nach Angaben des Labors in St. Ingbert auf. Pro Tag sind es zwischen 600 und teils 1000 Proben.

Ergebnis in einem bis drei Tagen

Zeitweise hatte das Labor einen Rückstand bei der Bearbeitung der Proben, weil zum Beispiel Reagenzien knapp wurden. Im Laborverbund habe man sich aber auf die Situation eingestellt und könne nun alle Proben zeitnah analysieren. Sollte die Menge in St. Ingbert einmal zu groß sein, helfe das Labor in Ingelheim aus. So sei gewährleistet, dass ein Ergebnis in einem bis drei Tagen vorliegt, sagte ein Sprecher.

Zurück ins Labor. Nachdem die Proben dort angekommen sind, werden sie zunächst gescannt und im System zusammen mit der Dokumentation registriert. Dann geht es weiter in die „Molekularbiologie“. Die Labormitarbeiter tränken die Wattestäbchen mit der Probe in eine Mediumsflüssigkeit. Innerhalb von 20 Minuten lösen sich die Schleimhautzellen mit möglichen Coronaviren ab. Die Mediumsflüssigkeit wird dann in eine spezielle Kunststoffplatte zur Analyse pipettiert.

Ein Automat beschleunigt die Verfielfältigung

Dann geht es weiter in den "LightCycler": Darin kommt es zur Polymerasen Kettenreaktion (PCR), dem Nachweisverfahren für Coronaviren. Wenn ein Lauf mit knapp 100 Proben gestartet ist, dauert er vier Stunden. Schneller geht es nicht, wie MVZ-Geschäfftsführer Udo Geipel erklärt. "Wir ahmen in so einem Automaten natürlich ein biologisches System nach. Wir vervielfältigen genetische Struktur", so Geipel. "Das ist ein System, das zyklisch verläuft. Und jeder einzelne Zyklus, von denen es 30 pro Lauf gibt, dauert seine Zeit und die ist nicht zu unterbieten.“

Über 90 Prozent der Test bislang negativ

Am Schluss werden die Ergebnisse in Kurvendiagrammen ausgewertet. Die wenigen ansteigenden Kurven sind positive Coronatests. Die negativen bleiben flach auf einer grünen Linie. Bislang waren mehr als 90 Prozent der Test im Saarland negativ.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja