Ein Schild mit der Aufschrift «Schule geschlossen» hängt an der Eingangstür eines Gymnasiums. (Foto: dpa/Felix Kästle)

Abitur zu Corona-Zeiten

Ein Beitrag unserer Hospitantin Pauline Jacob   21.03.2020 | 08:56 Uhr

Seit einer Woche sind die saarländischen Schüler nun Zuhause statt in der Schule. Sie lernen jetzt über alternative Wege. Vor allem die Abiturienten sind verunsichert – Ende Mai sollen sie ihr Abi schreiben.

Ela, Schülerin des Ludwigsgymnasiums (Foto: Privat)
Ela, Schülerin des Ludwigsgymnasiums

„Man hat sich ins kalte Wasser geworfen gefühlt“, beschreibt Abiturientin Ela Ölker vom Ludwigsgymnasium Saarbrücken ihren letzten Schultag. Wie für alle saarländischen Abiturienten kam das Ende der Schulzeit für sie aufgrund des Coronavirus zwei Wochen zu früh. Viele hätten geweint, erzählt Elas Mitschülerin Lina Burgard. Eigentlich hatten die Schüler in der kommenden Woche Motto-Woche feiern, sich von Lehrern und Mitschülern verabschieden wollen. Zwar war eine Schulschließung  schon einige Tage zuvor thematisiert worden. „Aber man dachte definitiv nicht, dass es jetzt so plötzlich kommt“, sagt Ela.

Die Abifahrt war bereits gebucht, das Datum im Juni stand fest.  Aber ob sie auch stattfinden kann, ist noch unklar. Auch die für Ende Juni geplante Abiturfeier muss laut Ela eventuell später nachgeholt werden. „Wir haben zwei Jahre lang dafür Geld gesammelt. Wir hatten ja nicht einmal eine Mottowoche, also wollen wir dann wenigstens eine richtig schöne Abifeier haben.“

Videochat statt Klassenraum

Lina, Schülerin des Ludwigsgymnasiums (Foto: Privat)
Lina, Schülerin des Ludwigsgymnasiums

Der Unterricht sieht in diesen Tagen ungewöhnlich aus: Teilweise kommunizieren die Abiturienten jetzt über Telefonkonferenzen oder Videochats mit ihren Lehrern. Ela findet, das klappe bisher noch nicht so gut, es sei kompliziert und es falle schwer, sich zu konzentrieren. „Mit den Lehrern zu chatten ist einfach ungewohnt.“ Außerdem haben viele Lehrer angeboten, per E-Mail Fragen zu beantworten, und schicken den Schülern Lernaufgaben. „Die unterstützen uns schon richtig und beruhigen uns auch die ganze Zeit“, erzählt Lina.

Trotzdem: „Sprachprüfungen in Englisch wären zum Beispiel noch sehr praktisch gewesen“, merkt Ela an und erklärt, sie müsse jetzt privat mit ihren Mitschülern chatten und gemeinsam mündliche Aufgaben machen. „Für uns ist es jetzt natürlich blöd, dass wir die letzten Unterrichtsstunden nicht noch nutzen konnten“, sagt Lina.

Aufgaben per E-Mail 

Auch bei den unteren Klassen wird der Kontakt über E-Mails aufrechterhalten. Sie bekommen Aufgabenpakete zugeschickt. Die Bearbeitung soll dann nach Wiedereröffnung der Schule kontrolliert werden, wie der Schulleiter des Ludwigsgymnasiums, Christian Heib, erklärt. „Momentan geht es mehr darum, den bisherigen Stoff zu vertiefen und zu wiederholen, als Neues zu vermitteln.“ Andere weiterführende Schulen, mit denen der Direktor im Austausch ist, greifen auch auf Lernplattformen zurück.

War zunächst geplant, die Abi-Prüfungen wie geplant stattfinden zu lassen, hat sich die Landesregierung am Freitagabend daür entschieden, die Prüfungen zu verschieben. Sie sollen nun erst Ende Mai stattfinden. Am Mittwoch hatte bereits das Deutsch-Französische Gymnasium angekündigt, die Prüfungen zu verschieben. Auch die Zwischenprüfungen für Auszubildende im Frühjahr wurden gestrichen.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja