Überschwemmung nach dem Unwetter in Eppelborn (Foto: Niklas Resch)

Land unter in weiten Teilen des Saarlandes

  11.06.2018 | 20:55 Uhr

Weite Teile des Saarlandes sind am Montag erneut von einem schweren Unwetter getroffen worden. Ab dem Mittag zog über mehrere Stunden eine Gewitterfront fast über das gesamte Saarland. Eine Person wurde bei einem Verkehrsunfall leicht verletzt, zudem gab es in vielen Ortschaften teils schwere Überschwemmungen.

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Ein Ort nach dem anderen im Saarland meldete am Montag vollgelaufene Keller, überschwemmte Straßen und umgestürzte Bäume. Allein im Regionalverband Saarbrücken waren 200 Feuerwehrleute im Einsatz. Ein Feuerwehrmann musste mit einem Kreislaufkollaps ins Krankenhaus.

Stark betroffen war unter anderem Wadern. Dort standen neben Privathäusern auch die Keller der Stadthalle, der Sparkasse und des Rathauses unter Wasser. Der Waderner Bürgermeister Jochen Kuttler schätzt den Schaden auf mehrere 100.000 Euro. Rund 290 Rettungskräfte waren in Wadern, Losheim und Weiskirchen im Einsatz. Auch die Feuerwehr der Bundeswehr aus Eft-Hellendorf leistete Unterstützung.

Häuser im Kreis St. Wendel unterspült

Im Kreis St. Wendel waren ebenfalls alle verfügbaren Feuerwehrkräfte und der THW im Einsatz. Häuser wurden unterspült und sind möglicherweise einsturzgefährdet. Die Feuerwehr berichtete alleine bis zum Abend von mehr als 150 Einsätzen nach Überflutungen in Kastel, Nonnweiler, Hasborn, Tholey, Marpingen und Namborn.

Überschwemmungen im Saarland

Auch in Eppelborn wurden Straßen und Geschäfte überflutet, zudem ein Sportplatz in Mitleidenschaft gezogen. Im Big Eppel war eine Sitzung des kommunalen Zweckverbands eGo Saar, bei der auch viele Bürgermeister anwesend waren. Die wurde wegen des Unwetters abgebrochen, weil der Parkplatz hinter dem Gebäude geräumt werden musste und einige Bürgermeister in ihre Heimatgemeinden eilten.

Eiweiler mit am schlimmsten getroffen

Video [aktueller bericht, 11.06.2018, Länge 1:46 Min.]
Erneut Unwetter im Saarland

In Heusweiler wurde der Markt und die Innenstadt überflutet. Neben mehreren Kellern stand auch der Globus-Baumarkt unter Wasser. Schlamm war von den Feldern auf die Straßen gespült worden. Besonders schlimm hat es laut Feuerwehr den Ortsteil Eiweiler getroffen. Auch die Saarbahn fährt nach Unternehmensangaben zurzeit nur zwischen Saargemünd und Riegelsberg. Die Gleise in Heusweiler sind unterspült. Aus Sicherheitsgründen war zeitweise auch der Strom auf der gesamten Köllertalstrecke abgestellt worden. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde ab 20.00 Uhr eingerichtet.

Im Riegelsberger Ortsteil Walpershofen war die Feuerwehr ebenfalls im Dauereinsatz. Dort ist der Köllerbach über die Ufer getreten und hat nach Zeugenaussagen quasi den kompletten Ort überflutet.

Auch die A8 bei Heusweiler in Richtung Saarlouis war zeitweise wegen Überflutung gesperrt. Behinderungen gab es auch auf der A 620 und auf der A1. Die Autobahnen waren am Abend wieder frei, mehrere Ortsdurchfahrten und Landstraßen blieben aber weiterhin gesperrt.

800 Rettungskräfte im Kreis Saarlouis im Einsatz

Im Landkreis Saarlouis waren nach Angaben der Kreisverwaltung neun der insgesamt 13 Gemeinden von dem Starkregen und den Gewittern betroffen. Knapp 800 Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und DRK waren an rund 400 Stellen im Einsatz. Über 2000 Sandsäcke wurden befüllt und an betroffene Gemeinden verteilt. Am Abend war die Lage zwar unter Kontrolle - der Einsatzstab bleibt aber weiterhin in Alarmbereitschaft.

Das genaue Ausmaß der Schäden ist derzeit noch unklar- zumal es insgesamt eine so große Fläche getroffen hat. Es habe vielerorts überflutete Straßen, teilweise auch Erdrutsche und zur Seite gespülte Fahrzeuge gegeben, sagte Landesbrandinspektor Timo Meyer dem SR.

Weiterer Starkregen möglich

Der Deutsche Wetterdienst hat seine Unwetterwarnungen vorerst aufgehoben. Aber in der Nacht und auch am Dienstag können neue Schauer hereinziehen, die gebietsweise auch wieder unwetterartig ausfallen können. Aufgrund der Niederschläge sind auch die Pegel einzelner Flüsse und Bäche im Saarland stark gestiegen. Das Hochwassermeldezentrum rechnet am Unterlauf der Prims aufgrund der noch vorhergesagten Niederschläge mit Überflutungen einzelner Gebäude und Straßen.

Kritisch sei die Situation auch am Oberlauf der Bies im Bereich von St. Wendel und am Todbach. Dort sei die Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen und die Überflutung größerer bebauter Gebiete möglich. Die Saar ist nach den aktuellen Rechensimualtionen nur gering betroffen. Aber insbesondere an kleineren Gewässern besteht weiterhin Hochwassergefahr.

Ab Dienstagnachmittag entspannt sich die Lage voraussichtlich.


Unwetter
Dossier: Unwetter im Saarland
In der Nacht zum 1. Juni hat ein Unwetter Millionenschäden in mehreren saarländischen Orten angerichtet. Betroffen waren vor allem Kleinblittersdorf, Bliesransbach und Bübingen. Die Anwohner und die Kommunen werden noch lange mit den Folgen zu kämpfen haben. Ein weiteres Unwetter ist am 11. Juni über das Saarland gezogen. In Heusweiler und Eppelborn waren die Einsatzkräfte fast 24 Stunden im Dauereinsatz.

Über dieses Thema wurde auch im aktuellen bericht vom 11.06.2018 berichtet.

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