Suspendierter Saarbrücker Feuerwehrchef Josef Schun (Foto: SR)

Justiz bezweifelt "Täuschungsabsicht" Schuns

mit Informationen von Thomas Gerber   01.10.2018 | 08:03 Uhr

Die Betrugs-Anklage gegen den früheren Chef der Saarbrücker Berufsfeuerwehr, Josef Schun, stößt bei der Justiz offenbar auf erhebliche Bedenken. Damit ist ein Gerichtsverfahren gegen den Kommunalbeamten derzeit offen.

Nach Informationen des SR hat das Verwaltungsgericht erhebliche Zweifel geäußert, dass Schun in „Täuschungsabsicht“ gehandelt hat. Zwischenzeitlich lägen „entlastende Umstände“ vor. So sei die kostenlose Abgabe eines Feuerwehrautos an den Pirmasenser Aeroclub bereits 2013 vom Korruptionsbeauftragten der Stadt als „strafrechtlich unbedenklich“ eingestuft worden.

Außerdem hat Schun laut Verwaltungsgericht nunmehr ein Gutachten vorgelegt, wonach der 15 Jahre alte Peugeot nicht wie von der Staatsanwaltschaft behauptet knapp 2000 Euro sondern lediglich 500 Euro wert gewesen sei. Die Anklage habe fälschlicherweise Umbauarbeiten, die der Pirmasenser Aeroclub durchgeführt habe, in ihr Wertgutachten einfließen lassen.

Entscheidung in den kommenden Wochen

Die Staatsanwaltschaft wirft Schun Betrug vor. Die entsprechende Anklage stammt bereits von Anfang März. Seither prüft das Amtsgericht Saarbrücken ihre Zulassung - und ob gegen Schun das Hauptverfahren eröffnet wird. Eine Entscheidung des Amtsgerichts über die Eröffnung des Hauptverfahrens wird in den nächsten Wochen erwartet.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 30.09.2018 berichtet.

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