Polizei-Absperrband (Foto: dpa)

MoKo Leiter ermittelt auch nach einem Jahr weiter

K.Stoppert   26.08.2014 | 16:09 Uhr

Auch nach über einem Jahr ist der Tod eines 56-jährigen Unternehmensberaters aus Saarbrücken nicht geklärt. Er wurde im Juli 2013 tot in seiner Wohnung gefunden. Die Polizei ermittelt weiter. Bei zwei weiteren unaufgeklärten Morden hat sie die Spurensuche aber beendet.

Die Polizei habe noch keine neuen Hinweise darauf, wer den Saarbrücker in seiner Dachgeschosswohnung erschlagen haben könnte. Nach der Urlaubspause, wolle man sich aber noch einmal zusammensetzten, so Polizeipressesprecher Georg Himbert. Alle Hinweise sollen dann genauestens untersucht werden.

Die Polizei fand den Unternehmensberater Mitte Juli vergangenen Jahres in einer Blutlache liegend. Die Obduktion ergab später, dass massive Verletzungen im Kopfbereich und am Oberkörper zum Tod geführt hatten. Die Täter waren anscheinend durch die offene Balkontür in die Wohnung gelangt. Dazu hatten sie nach Polizeiangaben vermutlich eine Leiter benutzt. Die Polizei ging davon aus, dass die Tat in Zusammenhang mit einem versuchten Einbruch in der Bismarckstraße steht. Die danach gegründet MoKo "Leiter" ging mehreren Hinweisen nach. Unter anderem gab es den Verdacht, dass der Hund des Saarbrückers die Täter gebissen haben könnte.

Fall einer Babyleiche in Kleinblittersdorf bleibt unaufgeklärt

 (Foto: SR)
In diesem Gebüsch wurde das Baby abgelegt.

Während bei der Mordkommission Leiter noch weitergesucht wird, ist die MoKo Kreisel auf Eis gelegt. Sie ermittelte im Falle einer gefundenen Babyleiche in Kleinblittersdorf. Profiler, speziell geschulte Ermittler, gingen davon aus, dass das Kind maximal zwei Stunden nach der Geburt getötet worden war. Sie schätzten, dass die Mutter in einem Radius von drei bis fünf Kilometern um die Fundstelle wohnen würde. Da der Fundort nahe der französischen Grenze lag und dort Plastiktüten mit französischer Aufschrift gefunden worden waren, suchte die Polizei auch im Nachbarland nach den Tätern.

Flugblattaktionen, die Suche mit einem Spürhund und über 2000 Hinweise brachten bisher keine Erkenntnis. Das zuständige Personal kümmere sich daher nicht mehr hauptsächlich um die Aufklärung des Falles. Trotzdem könne es auch jetzt immer noch mal sein, dass sich das schlechte Gewissen beim Täter meldet oder neue Hinweise eingehen.

Der Fall Pascal

Der bekannteste noch unaufgeklärte mutmaßliche Mord im Saarland ist der Fall Pascal. Der Fünfjährige verschwand 2001 in Burbach. Zwei Jahren nach seinem Verschwinden wurden einer Kneipenwirtin und einigen Stammgästen vorgeworfen, den Jungen im Hinterzimmer der Kneipe vergewaltigt und getötet zu haben. Der dreijährige Prozess gilt als einer der längsten des Landes. Ein Angeklagter wurde wegen Missbrauchs verurteilt, die Wirtin wegen Drogendelikten. Die weiteren zwölf Angeklagte wurden aber freigesprochen. Pascal bleibt bis heute verschwunden.