Landgericht (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Uni-Beamter wegen Untreue auf der Anklagebank

Thomas Gerber / Onlinefassung: Axel Burmeister   16.05.2018 | 17:29 Uhr

Vor dem Landgericht Saarbrücken hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 52 Jahre alten Verwaltungsbeamten der Universität des Saarlandes begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beamten 166 Fälle von Betrug und Untreue vor. Er soll gemeinsame Sache mit einem namhaften Büromöbelhändler gemacht und private Pakete massenweise über die Uni-Poststelle verschickt haben.

Glaubt man den Ausführungen des Angeklagten, dann waren die Sparmaßnahmen der Uni Schuld an den Unregelmäßigkeiten bei der Möbelbeschaffung. Immer neue Aufgaben seien auf ihn zugekommen, erklärte der 52-jährige Familienvater vor dem Landgericht. Am Ende habe er wohl nicht mehr sorgfältig genug gearbeitet. Dass er aber mit dem Möbelhändler gemeinsame Sache gemacht hat, das bestritt der Beamte, der inzwischen bei halben Bezügen vom Dienst suspendiert ist. Wobei die Staatsanwaltschaft davon ausgeht, dass Ausschreibungen manipuliert wurden, damit eben jener Händler zum Zug kam. Der Uni sei so ein Schaden von rund 20.000 Euro entstanden.

Fehler eingeräumt

Das Motiv der mutmaßlichen Trickserei läßt allerdings auch die Anklage offen - Hinweise auf Schmiergeldzahlungen wurden nicht gefunden. In Sachen privater Paketversand legte der Angeklagte ein Geständnis ab. Über e-Bay hatte er Fan-Artikel des 1. FC Saarbrücken verkauft. Das Porto von 400 Euro für die rund 100 Pakete zahlte die Uni. Ein Fehler, räumte der 52 Jährige ein. Ob er die Sachen auf e-bay bereits versandkostenfrei angeboten habe, auf diese Frage wollte er nicht mehr antworten.

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Rundschau vom 16.05.2018 berichtet.

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