Corona-Impfung (Symbolbild) (Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt/Geisler-Fotopres)

Saar-Virologin befürwortet zweite Booster-Impfung ab 60

  12.07.2022 | 11:05 Uhr

Deutschlandweit steigen die Inzidenzen, im Saarland liegt der Wert aktuell bei knapp 1000. Angesichts der hohen Fallzahlen will die EU die zweite Auffrischungsimpfung für alle über 60 Jahren möglich machen. Das befürwortet auch die Virologin Barbara Gärtner von der Uniklinik Homburg auf SR-Anfrage.

Die EU empfiehlt Menschen über 60 Jahren eine zweite Corona-Auffrischungsimpfung. Die Zahl der Corona-Fälle und der Krankenhauseinweisungen steige seit Sommerbeginn wieder, erklärte die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Montag. "Wir haben keine Zeit zu verlieren."

Kyriakides forderte die EU-Mitgliedstaaten demnach dazu auf, sofort die zweite Booster-Impfung für über 60-Jährige und andere besonders gefährdete Menschen bereitzustellen.

Saar-Virologin befürwortet zweite Booster-Impfung ab 60
Audio [SR 3, Nadine Thielen / Barbara Gärtner, 12.07.2022, Länge: 03:58 Min.]
Saar-Virologin befürwortet zweite Booster-Impfung ab 60

In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) bisher eine zweite Booster-Impfung für alle ab 70 Jahren, Risikopatienten und Menschen in medizinischen Bereichen und in Pflegeeinrichtungen.

Nach überstandener Infektion warten

Auch die Virologin Barbara Gärtner von der Uniklinik Homburg hält die zweite Auffrischungsimpfung ab 60 angesichts der derzeitigen Lage für dringend notwendig, um einen weiteren Anstieg der Zahlen zu bremsen.

Wann die STIKO ihre Empfehlung gemäß der EU-Forderung anpasst, kann Gärtner nicht abschätzen. Sicher sei jedoch, dass die Impfung noch immer den besten Schutz gegen einen schweren Krankheitsverlauf bei einer Corona-Infektion biete. Insbesondere über 60-Jährige und andere vulnerable Personen profitieren laut der Virologin von einer zweiten Auffrischungsimpfung.

Wer allerdings gerade eine Infektion mit dem Coronavirus hinter sich gebracht hat, sollte mit dem vierten Piks noch eine Weile warten, rät Gärtner. Drei Monate Zeit sollten demnach schon vergehen. "Davor macht es keinen Sinn, da das Immunsystem durch die Infektion gerade erst Antikörper gebildet hat."

"Warten zu riskant"

Das Risiko einer schweren Erkrankung steigt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ab 50 bis 60 Jahren stetig mit dem Alter an. Menschen ab 60 Jahren gehören bereits offiziell zur Risikogruppe.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) unterstützt die EU-Empfehlung. "Es gibt genug Impfstoff und die Fallzahlen sind hoch", hob er bei dem Online-Dienst Twitter hervor. "Warten auf angepasste Impfstoffe dauert zu lange und ist zu riskant."

Über dieses Thema hat auch die SR3-Rundschau am 12.07.2022 berichtet.

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