Playstation Controller (Foto: pixabay/fridarika)

ESport-Verein veranstaltete erstes Turnier

Markus Person   13.10.2018 | 09:27 Uhr

Der erste offizielle ESports-Verein im Saarland, E SportsUnited Saar, hat am Samstag in Bous sein erstes Turnier veranstaltet. 36 Teilnehmer traten in der Fußball-Simulation Fifa 19 gegeneinander an. Mit dabei war auch ein Spieler mit Profivertrag.

Alles hat in einem Wohnzimmer in einer beschaulichen Wohngegend in Dillingen begonnen: Massimo Nardo, 26, und Marco Mastrosimone, 32, verbrachten hier unzählige Stunden vor der Spielekonsole mit der Fußballsimulation Fifa des Spieleherstellers EA. Über die Monate und Jahre kamen immer mehr Spielverrückte hinzu und nach einiger Zeit reifte in den beiden die Idee, das „Daddeln“ auf eine höhere Ebene zu heben.

Nachdem Marco und Massimo bereits mehrere lokale Turniere organisiert und bestritten hatten, beschlossen sie vor rund zwei Jahren, professionell in den ESport einzusteigen. Nach Verhandlungen mit Sponsoren und einer umfassenden Rechtsberatung folgte nun kürzlich die Gründung des Vereins E SportsUnited Saar.

Internationale Bühne als Ziel

Saarländischer E-Sportverband feiert Gründung mit einem Turnier
Audio [SR 3, Florian Mayer, 15.10.2018, Länge: 03:06 Min.]
Saarländischer E-Sportverband feiert Gründung mit einem Turnier

Mit ihrem Verein verfolgen die beiden Gründer und Geschäftsführer mehrere Ziele. Mit bisher sechs offiziellen Spielern wollen sie das Saarland im Bereich Fifa auf die internationale Bühne bringen und konkurrenzfähig machen. Neben Turnieren in Hamburg und Köln werden die virtuellen Kicker von E SportUnited Saar auch bei Turnieren in Luxemburg oder Frankreich an den Start gehen.

Außerdem wollen Marco und Massimo zeigen, dass ESport mehr ist als nur Zocken auf dem Sofa. Aus diesem Grund steht auch „echter Sport“ auf dem Programm. Wer im Verein dabei ist, muss sich auch körperlich fit halten. Dafür steht den Mitgliedern neben einem Fitnessstudio auch ein Ernährungsberater zur Verfügung.

36 Teilnehmer beim Auftaktturnier

Nach einem turbulenten Start mit vielen Terminen stand nun das erste Turnier des neuen Vereins an. In einem Sportfachgeschäft in Bous konkurrierten 36 Spieler um Sachpreise. Neben Amateuren spielte auch ein Teilnehmer mit, der bereits einen Profivertrag sein Eigen nennen darf: Der St. Ingberter Dominik Schwenk spielt Fifa offiziell für den türkischen Erstligisten Besiktas Istanbul. Er war damit einer der Turnierfavoriten.

Von E SportsUnited Saar traten in Bous vier Spieler an. Jeder Teilnehmer konnte sich seine persönliche Lieblingsmannschaft aussuchen, mit der er dann das gesamte Turnier bestreitet. Die beiden Vereinsgründer waren nicht dabei. Sie kümmerten sich um die Organisation – hielten nach möglichen ESport-Talenten Ausschau.

Erfolgsmodell Fifa

Sportspiele gewinnen im Bereich ESport immer mehr an Bedeutung – allen voran die Fifa-Reihe. Mit großen Titeln wie dem Strategie-Shooter „Counter-Strike“  oder dem Action-Strategie-Spiel „League of Legends“ kann die Simulation zwar noch nicht konkurrieren, aber der Markt wächst. Während Profispieler bei den großen Titeln vor tausenden Zuschauern um Preisgelder im sechsstelligen Bereich spielen, sind die Gewinnsummen bei Fifa noch überschaubar. Dennoch ist auch hier das Preisgeld für den Weltmeistertitel innerhalb eines Jahres um 1000 Prozent von 20.000 US-Dollar auf 200.000 US-Dollar explodiert.

Etwas kompliziert gestalten sich momentan noch die verschiedenen Spielmodi. So kann beispielsweise jeder die Fußballsimulation alleine spielen, in der er die gesamte Mannschaft steuert - mit Hilfe der Computersoftware. Es gibt aber auch Spielvarianten, bei denen jeder Spieler einer Mannschaft durch eine reale Person gesteuert wird. So spielen dann, wie auch auf dem Fußballplatz, elf gegen elf. Und bei Fifa-FUT können die Spieler online mit regelrechten Allstar-Mannschaften antreten, so dass in einem Team durchaus Beckenbauer, Cruyff und Ronaldo in einer Mannschaft stehen könnten.

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