War and Peas (Foto: War and Peas)

Saar-Comics starten in den USA durch

Markus Person   06.04.2019 | 18:45 Uhr

Elizabeth Pich und Jonathan Kunz sind mit ihrem Comicstrip „War and Peas“ („Krieg und Erbsen“) sehr erfolgreich. Vom Saarland aus sind die beiden Absolventen der Saarbrücker Hochschule für Bildende Künste (HBK) nun dabei, die USA mit ihrem - zum Teil nicht immer ganz jugendfreien - Humor zu erobern.

Ein glücklicher Sensenmann, ein Polizist namens Officer McSexy und sprechende Tiere – garniert mit pointierten Textzeilen und schwarzem Humor: Das ist die Mischung, aus denen die Comics der „War and Peas“-Macher bestehen. Zehntausende Fans folgen der Comicreihe von Elizabeth Pich und Jonathan Kurz im Netz auf Twitter, Instagram und Co.

Kennengelernt haben sich die beiden Künstler an der Kunsthochschule in Saarbrücken und merkten schnell, dass sie die selbe Art Humor teilen. Nach mehreren Projekten suchten sie nach einem weiteren Ventil für ihre Geschichten und kamen so zum Comic. Aus im Internet veröffentlichten Einzelcartoons enstand nach und nach eine ganze Serie. Mittlerweile sind auch der US-Konzern Hallmark und der US-Verlag Andrews McMeel Publishing auf die Werke der beiden Wahl-Saarbrücker aufmerksam geworden. SR.de wollte von den beiden 30-Jährigen das Geheimnis ihres Erfolgs wissen:

SR.de: Wann und woran haben Sie festgestellt, dass sie mit Comics Ihre Passion gefunden haben?

Pich/Kunz: Für Elizabeth begann die Reise schon deutlich früher. Sie hat seit ihrer Kindheit gezeichnet und ihre Erlebnisse zeichnerisch festgehalten und verarbeitet. Bei Jonathan musste zunächst das Zeichnen dem Filmemachen weichen, aber als wir uns kennen gelernt haben, waren Comics das perfekte Medium für unsere Ideen.

War and Peas Lasers - Anklicken zum Vergrößern

SR.de: Wie entwickeln Sie die Ideen für Ihre Comics?

Pich/Kunz: Es gibt dafür keine Formel, man muss aber einen gewissen Äther anzapfen. Was hilft, ist sich ein bisschen wie ein Alien zu begreifen und über die Welt zu staunen.

SR.de: Warum haben Sie sich für Englisch als Sprache für ihre Comics entschieden?

Pich/Kunz: Zu Beginn haben wir noch auf Deutsch veröffentlicht, aber das ist nun mal die Sprache der Denker, nicht der Komiker (mit wenigen Ausnahmen). Auf Englisch erreichen wir unsere Zielgruppe. Jonathans größter Einfluss war der Humor aus dem angelsächsischen Raum. Und weil Elizabeth in den USA aufgewachsen ist und ihr Humor amerikanisch geprägt ist, war das auch ein logischer Schritt.

SR.de: Wie lange dauert es, einen Comic fertig zu stellen - von der Idee bis hin zum fertigen Produkt?

Pich/Kunz: Manchmal dauert es Stunden, manchmal Wochen. Es gibt sogar Ideen, die jahrelang in unseren Skizzenbüchern auf ihre Vervollständigung warten.

Elisabeth Pich und Jonathan Kunz (Foto: Elisabeth Pich und Jonathan Kunz)
Elisabeth Pich und Jonathan Kunz

SR.de: Was machen Sie, wenn Sie sich bei einer Idee mal nicht einig sind?

Pich/Kunz: Wir sind relativ leidenschaftlich und streiten auch ab und zu. Aber in der Regel sind wir, wenn die Idee beim Gegenüber nicht fruchtet, einsichtig. Dann verbannen wir den Comic in die Untiefen unserer Skizzenbücher.

SR.de: Wie wichtig sind Internet und Social Media für Ihre Arbeit?

Pich/Kunz: Unsere Social-Media-Kanäle sind so etwas wie unsere eigene Medienanstalt, das ist schon praktisch. Aber wir würden es auch ohne das Internet schaffen unsere Leute zu erreichen. Es wäre dann etwas schwerer in Zahlen zu fassen, aber eigentlich kein Problem. Wir stehen ja nicht unbedingt für einen Internethumor, sondern für Humor, der über das Internet verbreitet wird.

War and Peas Daddys stressed - Anklicken zum Vergrößern

SR.de: Der US-Konzern Hallmark hat "War and Peas" für sich entdeckt und vier Strips gekauft, um sie auf Grußkarten zu vertreiben. Außerdem wird der Verlag Andrews McMeel Publishing "War and Peas" in gedruckter Form veröffentlichen. Wie kam es dazu?

Pich/Kunz: Von Hallmark bekamen wir eine Mail und waren uns recht schnell einig. Vermutlich haben die Verantwortlichen unsere Arbeiten im Netz gefunden. Was Andrews McMeel angeht: Das Buch ist nahezu fertig geschrieben und muss nur noch in Reinzeichnung gebracht werden. Wir sind also voll im Soll was unseren Zeitplan angeht. Das Release ist ja auch erst im März 2020.

SR.de: Haben Sie auch Pläne für eine Ausstellung oder Ähnliches im Saarland? Wie geht es für Sie in den nächsten Monaten weiter?

Pich/Kunz: Es wird aller Voraussicht nach im Juli eine Comic-Lesung in Saarbrücken geben, aber ansonsten gibt es keine konkreten Pläne innerhalb des Saarlandes. Wir machen das, was wir immer machen: Ideen entwickeln und Zeichnen. Davon wollen wir auch nicht abkommen.

SR.de: Vielen Dank für das Gespräch.

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