Feuerwehrgroßeinsatz nach Brand in der Saaruferstraße in Saarbrücken (Foto: Martin Breher/SR)

Ermittlungen nach Brand dauern an

Thomas Gerber   20.07.2018 | 14:57 Uhr

Nach der Verurteilung einer 38-Jährigen wegen Brandstiftung mit Todesfolge dauern die Ermittlungen gegen den Besitzer des Appartementhauses in der Saaruferstraße in Saarbrücken an. Wie die Staatsanwaltschaft dem SR mitteilte, besteht gegen ihn weiterhin der Verdacht der fahrlässigen Tötung. Sein Verteidiger habe inzwischen Akteneinsicht erhalten und werde demnächst zu den Vorwürfen Stellung nehmen.

Die Ermittlungen hatten sich zunächst auch gegen den Architekten des Gebäudes sowie gegen einen Mitarbeiter der Bauaufsicht gerichtet. Beide sind zwischenzeitlich allerdigs verstorben. In seinem Urteil hatte das Landgericht der Beschuldigten unter anderem wegen der erheblichen Brandschutzmängel mildernde Umstände eingeräumt.

Brandschutztüren waren defekt

In der Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende Richter, dass bei Einhaltung der Vorschriften das Feuer vermutlich auf das Zimmer der Beschuldigten begrenzt geblieben wäre und niemand ums Leben gekommen wäre. In dem Gebäude waren die vorgeschriebenen automatischen Brandschutztüren defekt. Außerdem hatten Sachverständige bemängelt, dass es im Treppenhaus keinen Rauchabzug gegeben habe.

Die 38-Jährige war am Donnerstag zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt worden. Sie muss sich zudem einer Entziehungskur unterziehen.

Bei dem Brand waren am 1. Advent vergangenen Jahres vier Hausbewohner ums Leben gekommen. Sie erstickten an den Rauchgasen, die sich rasend schnell in dem Gebäude ausgebreitet hatten. Ein weiterer Hausbewohner wurde nach einem Sprung aus dem Fenster schwer verletzt.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 20.07.2018 berichtet.

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