Altlastensanierung auf dem Gelände einer ehemaligen Chemie-Fabrik (Foto: imago images / Michael Schick)

5500 Grundstücke unter Altlasten-Verdacht

  28.04.2019 | 08:38 Uhr

Im Saarland gibt es mindestens 5500 Grundstücke, die mit umwelt- oder gesundheitsschädlichen Stoffen belastet sein könnten. Außerdem weist das saarländische Kataster 652 bestätigte Altlastenfälle aus, bei denen der Boden verunreinigt ist. Aber nicht immer sind alle nötigen Informationen vorhanden.

Bei den 5500 Grundstücken handelt es sich um sogenannte Verdachtsfälle für Altlasten. Das sind Flächen, bei denen sich der Boden durch Ablagerungen derart verändert haben könnte, dass Gefahren für die Umwelt, den Einzelnen oder die Allgemeinheit bestehen. Häufig stand vormals ein Betrieb auf dem entsprechenden Gelände, der beispielsweise mit Mineralöl oder Chemikalien gearbeitet hat.

Gefahr für Käufer

Um herauszufinden, welche Grundstücke belastet sein könnten, wertet das zum Umweltministerium gehörende Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz seit den 1990er Jahren entsprechende Akten aus und sammelt Informationen in einem Altlastenkataster. Dabei soll das Gefahrenpotential möglichst vollständig erfasst werden.

Weil das in der Praxis aber nicht so einfach ist, gebe es sicherlich eine Dunkelziffer, so das Gesundheitsministerium. Käufern könne es durchaus passieren, dass sie unwissentlich ein Grundstück erwerben, das mit Umweltschäden belastet ist.

Bleibt der Käufer dann auf den Kosten für die Entsorgung sitzen? Das kommt auf den konkreten Fall an, sagt das Umweltministerium. Wenn eine Kommune fehlerhaft plane, etwa ein Wohngebiet ohne entsprechenden Hinweis ausweist, obwohl eine Altlast bekannt ist, könnte sie möglicherweise in Haftung genommen werden.

Regelungen im Kaufvertrag

Wie es aussieht, wenn eine Kommune beziehungsweise das LUA selbst gar keine Kenntnis von einer Altlast hat, ist unklar. Einen entsprechenden Fall, bei dem eine hessische Kommune möglicherweise ihrer Erfassungspflicht nicht nachgekommen ist, beschäftigt gerade die Justiz.

Insgesamt wächst die Aufmerksamkeit für das Thema. So holen Banken, die Grundstückskäufe finanzieren, immer öfter Auskünfte über Altlasten ein, so das Ministerium. Es weist zudem auf die Möglichkeit hin, bereits im Kaufvertrag mögliche Entschädigungs- oder Preisminderungsfragen in Bezug auf Altlasten zu regeln.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.04.2019 berichtet.

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