Paviane im Neunkircher Zoo (Foto: imago/Becker&Bredel)

Neunkircher Zoo will 30 Paviane abgeben

  12.09.2018 | 10:34 Uhr

Aufgrund des zu kleinen Innengeheges will der Neunkircher Zoo 30 seiner 100 Paviane abgegeben. Das hat das Landesamt für Verbraucherschutz auf SR-Anfrage mitgeteilt.

Werden die Paviane im Neunkircher Zoo artgerecht gehalten oder nicht? Diese Frage hat in den vergangenen Monaten zu einem handfesten Streit zwischen Zoo-Direktor Norbert Fritsch und Tierschützern geführt. Inzwischen hat die Auseinandersetzung längst die Politik und sogar die Staatsanwaltschaft erreicht. Derzeit laufen gegen Fritsch zwei Ermittlungsverfahren wegen des möglichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Erneute Kastration geplant

Neue Details rund um den Pavianfelsen in NK
Audio [SR 3, Patrick Wiermer , 12.09.2018, Länge: 00:50 Min.]
Neue Details rund um den Pavianfelsen in NK

Unstrittig ist hingegen, dass das rund 50 Quadratmeter große Innengehege für die 100 Tiere zu klein ist. Das hatte zuletzt die Landesregierung konstatiert. Demnach sei die Größe des Geheges lediglich für eine Gruppe von acht Tieren geeignet.

Wie das Landesamt für Verbraucherschutz dem SR nun mitteilte, will der Zoo auf diesen Misstand reagieren. Es gebe "konkrete Abgabebestrebungen von circa 30 Pavianen an einen anderen Zoo, um den Bestand deutlich zu reduzieren", sagte ein Sprecherin. Darüber hinaus sei eine erneute Kastration und Sterilisation der Paviane in Vorbereitung. Auch weitere Rückzugs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für die Affen sollen geschaffen werden.

Eine finale Einschätzung der Lage im Zoo soll schließlich ein Gutachten liefern, das durch die Landesregierung beauftragt wurde und Ende Oktober veröffentlich werden soll.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 12.09.2018 berichtet.

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