Filmhaus Saarbrücken  (Foto: Imago/BeckerBredel)

Wo steht das Filmhaus nach zwei Jahren Pandemie?

Anne Staut   27.06.2022 | 15:09 Uhr

Seit 30 Jahren laufen im Filmhaus in Saarbrücken Filme über die Leinwand. Doch die Coronapandemie hat auch hier ihre Spuren hinterlassen. Mit besonderen Programmangeboten will das Filmhaus nun vor allem auch junge Menschen für Kino begeistern.

1992 wurde das Arthaus-Kino Filmhaus in einer denkmalgeschützten Scheune in Saarbrücken eröffnet. Am vergangenen Wochenende feierte es sein 30-jähriges Jubiläum. Doch vor allem die letzten zwei Jahre waren nicht einfach für das Filmhaus, wie auch für alle anderen Kinos.

"Bis 2019 hätte ich gesagt, es geht alles wunderbar aufwärts. Dann kam leider Corona und das hat alle Kinos sehr mitgenommen und natürlich auch das Filmhaus", erzählt die Leiterin des Filmhauses Christel Drawer.

Konkurrenz zu Streamingdiensten

Nach dem zweiten Lockdown, der sieben Monate dauerte, seien die Menschen einfach nicht mehr zurück in die Kinos gekommen. "Die Kulturorte, gerade auch das Kino, wurden einfach nicht mehr aufgesucht, jedenfalls sehr, sehr viel weniger als vorher", so Drawer.

Doch nicht nur die Pandemie macht dem Kino zu schaffen, es steht auch in Konkurrenz zu Streamingangeboten. Diese gibt es zwar bereits länger, durch Corona haben sie jedoch noch weiter an Bedeutung gewonnen.

Kino auch für die Kleinen

"Wir müssen schon schauen, dass wir die Kinos wieder mehr als Kulturorte bewerben und dafür werben, dass man Filme in einem Kinosaal anders sieht als zuhause", so die Filmhausleiterin. "Dieser Kulturort Kino hat eine ganz eigene Wirkung und das müssen wir vor allem jungen Leuten nochmal zeigen, dass es da einen großen Unterschied gibt."

Plakat, 30 Jahre Filmhaus Saarbrücken (Foto: Filmhaus/Pressefoto)
Seit 30 Jahren laufen im Saarbrücker Filmhaus Arthouse-Filme über die Leinwand

An Ideen dafür mangelt es Drawer nicht. Mit dem Filmhaus setzt sie auf besondere Programme wie etwa die Reihe "Cinema for Future", die sich speziell an Schulklassen richtet.

Unter dem Motto "Zum ersten Mal im Kino" gibt es inzwischen sogar ein eigens auf Kita-Kinder ab vier Jahren zugeschnittenes Programm. "Wir zeigen dort kleine Filme, die auch für Vierjährige schon geeignet sind. Damit die zumindest das Erlebnis Kino schon mal gehabt haben," erzählt Drawer.

Neue Werbekonzepte

Wichtig sei zudem auch, die Öffentlichkeitsarbeit umzustellen. Im vergangenen Wintersemester hat das Filmhaus etwa mit der Hochschule der Bildenden Künste Saar zusammengearbeitet.

Die Studierenden der Klasse Kommunikationsdesign von Ivica Maksimovic haben sich mit neuer innovativer Werbung für das Filmhaus beschäftigt. Die Ergebnisse wurden auch am Samstag bei der Jubiläumsfeier des Filmhauses gezeigt.

Positiver Blick in die Zukunft

"Ich glaube schon, dass das Kino immer wieder in Krisen steckt und dass die Streamingangebote, dass das alles natürlich Publikumsschwund nach sich zieht", so Drawer. Trotzdem blickt sie aber optimistisch auf die Zukunft des Filmhauses.

Ein Grund dafür ist, dass die Unterhaltung in dem kommunalen Kino in Verbindung mit Bildungsprogrammen steht. Es gebe Diskussionen oder auch Vortragsreihen, die die Filme ergänzen, erklärt die Filmhausleiterin. "Wenn man Kino auch als ein Stück Kulturgut sieht, dann glaube ich, dass gerade die kommunalen Kinos immer eine Zukunft haben werden."

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