Broschüre zum Schwangerschaftsabbruch von "Pro Familia" (Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa-Bildfunk)

Etwa acht Prozent mehr Schwangerschaften abgebrochen

  21.04.2021 | 16:34 Uhr

Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Saarland ist im vergangenen Jahr gestiegen. Außerdem haben mehr Frauen eine Beratung in Anspruch genommen. Die Gründe für den Abbruch haben sich zwar kaum verändert – allerdings erzählten die Frauen in der Beratung häufiger von Zukunftsängsten.

2020 haben sich rund 1351 Frauen für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden und damit acht Prozent mehr als im Vorjahr. Damals waren es noch 1242 gewesen. Die Beratungsstelle Pro Familia hat außerdem auch mehr Beratungen durchgeführt. So hatten 2019 674 Frauen eine Beratung in Anspruch genommen, 2020 waren es 721.

Angst vor ungewisser Zukunft

Die Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch haben sich hingegen kaum verändert, sagt die Leiterin der Beratungsstelle Pro Familia, Eva Szalontai. Allerdings hätten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Frauen mehr und teils massive Zukunftsängste wahrgenommen, die mit der Coronapandemie im Zusammenhang stünden.

Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Saarland gestiegen
Audio [SR 3, Gerd Heger/Eva Szalontai, 21.04.2021, Länge: 03:45 Min.]
Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Saarland gestiegen

Dabei spielten unter anderem Ängste um die Sicherheit des Arbeitsplatzes des Partners eine Rolle oder auch finanzielle Einbußen etwa durch Kurzarbeit. Aber auch der eingeschränkte Kontakt zu anderen Schwangeren und dass Geburtsvorbereitungskurse durch die Pandemie ausfallen können, wurde von den Frauen angesprochen.

Über dieses Thema hat auch die SR 3-"Region am Nachmittag" am 21.04.2021 berichtet.

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