Kaffee und Kuchen (Foto: pixabay/Lolame)

Die schönsten Kaffeehäuser im Saarland

 

Wo gibt es die leckersten Torten? Wo kann man am gemütlichsten brunchen und wo kann ich mich mit Freunden einfach nur auf einen Kaffee treffen? Wir stellen Ihnen die schönsten Kaffehäuser im Saarland vor, die die Redaktion von "Wir im Saarland - Kultur" für Sie ausgewählt hat.

Seit Generationen sind sie Treffpunkte für Literaten, Philosophen und Menschen, die einfach mal bei einer guten Tasse Kaffee miteinander reden wollen. Saarländische Kaffeehäuser erzählen Kulturgeschichte.


Paulsburger Caféstübchen und Café Plaisir

Hier stellen wir gleich zwei Cafés vor: Eines für Kaffeespezialisten und eines, in dem nicht nur leckeren Torten für Entspannung sorgen.

Anja und Jörg Kuchartz haben mit dem Paulsburger Caféstübchen eine Oase der Entspannung geschaffen. Dafür sorgen nicht nur die gemütliche Einrichtung und die Kuchen und Torten, die die Quierschieder teils noch nach alten Familienrezepten backen. Auch die Entspannungskurse, die Jörg Kuckartz regelmäßig mitten im Café veranstaltet, tragen ihren Teil dazu bei.

Wie jemand, der Kaffee eigentlich nie mochte, zum Experten für die braune Bohne werden kann, kann man im Café Plaisir in Saarlouis sehen. Ob frisch gebrüht oder in Tüten verpackt - jede der 50 Sorten, die Carsten und Nadine Schäfer dort anbieten, kaufen die beiden direkt von Bauern in Südamerika und rösten sie selbst.


Das Café Schubert in Saarbrücken

Kunstvolle Kuchen und Pralinen - damit hat das Saarbrücker Café Schubert seinen Ruf begründet. Es ist eines der wenigen echten Traditionscafés - die Firmengeschichte umfasst mittlerweile 60 Jahre. 1968 eröffnete Heinz Schubert das erste Café in der Sulzbachstraße. Von Anfang an wollte er Kuchenkreationen für den besonderen Geschmack und ein Kaffeehaus mit gehobenem Anspruch. Heute sorgen mehr als 60 Mitarbeiter für das Wohl der Gäste. Zu denen gehörten in den letzten Jahrzehnten auch Prominente wie Karel Gott oder Udo Jürgens. Alles wird im Stammhaus am Rotenbühl und in der Saarbrücker City selbst gemacht. Und für das besondere Flair sorgen im Inneren Aquarellbilder und Ölgemälde des Vaters von Heinz Schubert.


Lottaleben und Zing

Sie legen beide großen Wert aufs Handgemachte: Awa Taban Shomal und Lena Schaaf haben sich mit eigenen Cafés ihren Traum erfüllt. Das Zing in Saarbrücken und das Lottaleben in Merzig sind Orte des Genießens und Entspannens.

Wer das „Zing“ betritt taucht ein in die Welt von Awa Taban Shomal. Egal, was die junge Frau anfasst, es wird kreativ. Kaputtes Geschirr wird zum Mobile, der Käsekuchen erhält jeden Tag eine andere Haube. Bevor sie einen Kuchen verziert, befestigt sie ihr Smartphone über der Arbeitsfläche, um den Vorgang zu filmen. Und der sieht garantiert anders aus als am Tag zuvor, denn sie langweilt sich schnell. Mit kreativer Kraft hat sie aus der alten Spelunke ein cooles Café gemacht. Für Barista Lena Schaaf steht die Kunst der Kaffeezubereitung im Mittelpunkt ihres Cafés „Lottaleben“ in Merzig. Sie wollte der Stadt einen Ort geben, der fehlte: Ein Café, das modernes, gemütliches Frühstück bietet. Folge 5 der Café & Co.-Reihe zur Kaffeehauskultur an der Saar.


Das Maison Créative in Altforweiler

Entschleunigen und entspannen: Das kann man im Café "Maison Créative" ganz wunderbar. Monika Fontaine hat vor 25 Jahren ihren Beruf als Krankenschwester an den Nagel gehängt und ein altes Lothringer Bauernhaus zu einem beliebten Ortstreffpunkt ausgebaut. Sie blickte aus ihrem damaligen Wohnhaus immer wieder auf die andere Straßenseite auf ein altes Bauernhaus im desolatem Zustand. Irgendwann fiel die Entscheidung, es zu kaufen. Nach vielen umbautypischen Fehlschlägen und Tiefpunkten konnte Monika Fontaine dann zunächst einen Stoffladen eröffnen, dann ein Café. Mittlerweile ist auch ihre Tochter eingestiegen und backt Kuchen und Torten. Das stilecht mit Kachelofen und alten Möbeln eingerichtete Bauernhaus ist das vierte Café in unserer Serie Cafés & Co.


Das Café Lolo in Saarbrücken

Butterkuchen. Der ist es, der das Saarbrücker Café Lolo zur Legende machte. Seit bald 50 Jahren ist es eine Saarbrücker Institution, und jeden Sonntag parken die Autos in zwei Reihen, und der Andrang ist seit langer Zeit ungebrochen. Dieter Dausend hat das Café viele Jahre mit seiner Frau geführt, vor 15 Jahren wurde es von Sohn Andreas übernommen. Und immer noch arbeitet die ganze Familie inklusive Enkel, Nichten und Schwiegertöchter mit. Das Café Lolo ist ein Familienunternehmen, das das kulinarische Saarbrücken mitgeprägt hat.


Das Café Kraus in St. Ingbert

Jahrzehntelang war das Café Kraus in der Mittelstadt Sankt Ingbert eine Institution. Vor rund einem Jahr hat die Konditormeisterin Marie-Christine Knapp das leerstehende Café wiedereröffnet. Den Namen erhielt es von Josef Kraus, der Konditorei samt Kaffeehaus 1924 gegründet hatte. Das größte Café am Ort war damals aber das Café Schmelzer. Auf zwei Etagen konnten die Gäste Kaffee und Kuchen genießen und im Ballsaal sogar rauschende Feste feiern. Einen regelrechten Café-Boom verdankte die Stadt der aufstrebenden Industrie. Selbst der bekannte 1878 geborene Malter Albert Weisgerber entstammte einer Bäckerei samt Gaststätte. Heute sind viele Sankt Ingberter froh, dass es ihr Café Kraus wieder gibt.


Das Café am Schlossweiher in Jägersburg

Allein in Saarbrücken gab es vor rund 50 Jahren mehr als 15 Cafés mit etwa 3000 Sitzplätzen. Allein zwischen Bahnhof und St. Johanner Markt lagen 12 Kaffeehäuser. Nach Düsseldorf galt Saarbrücken als "Kaffeehausfreundlichste Stadt Deutschlands". Die Cafés erzählen viel von der Gesellschaft, und die Veränderung der Kaffeekultur sagt viel aus über eine Zeit und die Zeitgenossen. 1711 wurde in Leipzig das erste deutsche Kaffeehaus eröffnet, es hieß "Zum arabischen Coffee Baum". Nachdem sich zunächst Fürsten und Könige damit brüsteten Kaffee und Kakao zu genießen, fanden bald auch reiche Bürger Geschmack daran. Kaffee wurde zum Mode-Getränk. Es waren Künstler, Schriftsteller und Theaterleute, die im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts als illustres Publikum die Kaffeehäuser in den großen Städten wie z. B. Wien bevölkerten. In ihrer Serie stellt Maria C. Schmitt einige der traditionsreichen Kaffeehäuser an der Saar vor. Im ersten Teil besucht sie das Café am Schlossweiher Jägersburg.