Computertastatur mit Kreditkarten (Foto: picture alliance / Uli Deck/dpa)

Junge Menschen besonders anfällig für Internetbetrug

  15.10.2018 | 15:44 Uhr

Auf betrügerische Anrufe von vermeintlichen Service-Mitarbeitern fällt laut einer aktuellen Studie von Microsoft ausgerechnet die jüngere Generation der unter 40-Jährigen herein. Auch mindestens ein Saarländer zählt bereits zu den Opfern der Betrugsmasche.

Die Betrüger geben sich als Service-Mitarbeiter von Technikkonzernen aus und erhalten so Zugriff auf sensible Daten, wie Kreditkarteninformationen oder Passwörter. Laut Microsoft werden junge Menschen im Alter von 24 und 37 Jahren besonders oft mit dieser Betrugsmasche getäuscht. Das sei überraschend, da sich gerade diese Generation gut mit digitalen Anwendungen auskennt. Microsoft schätzt, dass sich diese Altersgruppe risikoreicher durch das Internet bewegt und ihr Fachwissen darüber falsch bewertet.

Zahl der Betrugsopfer in Deutschland insgesamt gestiegen

Außerdem zeigt die Studie, dass im vergangenen Jahr mehr Menschen auf diese Art betrogen wurden als 2016. Die Zahlen haben sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Finanzielle Verluste mussten aber nur vier Prozent beklagen. Ein wesentlich größeres Problem sei der Stress, der bei vielen Opfern durch die Betrugsversuche ausgelöst werde.

Die Methoden der Betrüger sind zudem vielfältiger als bisher: Lediglich 16 Prozent der Betroffenen erhielten einen Anruf. Häufig leiteten Pop-up-Fenster, Spam-Mails, aber auch Umleitungen zu einer zweifelhaften Website den Betrugsversuch ein.

Die Zahlen sind Teil einer internationalen Studie, die Microsoft unter mehr als 16.000 erwachsenen Internet-Nutzern in 16 Ländern durchgeführt hat.

Betrugsfälle im Saarland

Mindestens ein konkreter Betrugsfall ist auch im Saarland bekannt. Ein 33-Jähriger hatte im September 2017 einem angeblichen Microsoft-Mitarbeiter den Zugriff auf seinen Computer erlaubt. Eine so installierte Schadsoftware ermöglichte den Betrügern Zugang zu seinem Konto. Durch den direkten Anruf bei seiner Bank konnte ein finanzieller Schaden aber vermieden werden.

Anders als in der Studie beobachtet, kann die Polizei aber keinen generellen Anstieg derartiger Betrugsversuche im Saarland feststellen. Außerdem seien im Saarland nach ihren Erkenntnissen tendenziell eher ältere Menschen betroffen, teilte das Landespolizeipräsidium auf Anfrage mit.

Betrug durch angebliche Support-Mitarbeiter verhindern

Um sich vor den Betrugsversuchen zu schützen, rät Microsoft dazu, bei dubiosen Anrufen sofort aufzulegen. Kein Technologie-Unternehmen kontaktiere seine Nutzer unaufgefordert. Auch unerwünschte Pop-up-Fenster sollten sofort geschlossen werden. Spam-Mails sollen Internet-Nutzer löschen und nicht öffnen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 15.10.2018 berichtet.

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