Unwetter über dem Saarland am 11. Juni (Foto: SR)

Aufräumarbeiten nach Unwetter dauern an

  12.06.2018 | 17:14 Uhr

Das neue schwere Unwetter im Saarland hat bis Montagabend rund 450 Einsätze ausgelöst. Wie das Lagezentrum der Polizei dem SR mitteilte, waren hunderte Kräfte von Feuerwehr, Polizei und Rotem Kreuz stundenlang im Einsatz. Über 1500 Notrufe gingen ab dem frühen Nachmittag ein. Auch in den kommenden Tagen noch ist im ÖPNV mit Behinderungen zu rechnen.

Besonders heftig getroffen haben Starkregen und Überschwemmungen die Kreise Saarlouis, Merzig-Wadern, St. Wendel und den Regionalverband Saarbrücken. Dort sind auch noch einzelne Straßen gesperrt, etwa zwischen Sitterswald und Bliesransbach oder in Walpershofen.

Video [aktueller bericht, 12.06.2018, Länge 2:57 Min.]
Großes Aufräumen nach Unwettern

Auch in der Püttlinger Innenstadt wurde der Bereich um Bauhof und Busbahnhof vorsorglich abgesperrt. In Heusweiler steht zwar noch Schlamm auf der Straße, allerdings kein Wasser mehr. Dort waren 250 Einsatzkräfte im Dauereinsatz. 160.000 Liter Wasser hat die Freiwillige Feuerwehr am Markt aus dem Keller einer Apotheke gepumpt. Heizöl aus Tanks im Keller der Apotheke hatte sich mit dem Hochwasser im Gebäude vermischt.

Lagebericht aus Eppelborn
Audio [SR 3, (c) SR Florian Mayer, 12.06.2018, Länge: 03:27 Min.]
Lagebericht aus Eppelborn
SR 3-Reporter Florian Mayer berichtet aus Eppelborn und spricht auch mit Bürgermeisterin Birgit Müller-Closset.

Zahlreiche Helfer im Einsatz

Ähnlich die Lage in Eppelborn: Auch hier waren rund 250 Mitglieder der Feuerwehren, des THW, DRK und DLRG bis tief in die Nacht im Einsatz, um den Wassermassen Herr zu werden. Wie hoch die Schäden sowohl in Eppelborn als auch in Heusweiler sind, lässt sich bislang noch nicht beziffern. Eppelborns Bürgermeistern Birgit Müller-Closset schätzt, dass die Aufräumarbeiten noch die ganze Woche dauern werden. Erst dann kann Bilanz gezogen werden.

Zwischen Dillingen und Wallerfangen hatten zwei Autofahrer Glück im Unglück. Durch den Starkregen kam es auf der L170 zu einem Erdrutsch. Dabei wurden die Autos der Fahrer von den Schlammmassen getroffen. Ein Felsbrocken zerschlug die Windschutzscheibe eines der beiden Fahrzeuge. Beide Fahrer erlitten einen Schock und mussten vom Rettungsdienst versorgt werden.

Überschwemmungen im Saarland

Weiter Behinderungen im ÖPNV

Auch die Bahn meldet nach dem Unwetter noch Einschränkungen: Die Strecke zwischen Forbach und Saarbrücken ist unterbrochen. Züge nach Paris werden über Straßburg umgeleitet. Nach einem Hangrutsch in Wustweiler ist die Zug-Strecke zwischen Eppelborn und Illingen gesperrt, dort gibt es Ersatzverkehr mit Taxen.

Saarbahnfahrten eingeschränkt

Lagebericht aus Heusweiler
Audio [SR 3, (c) SR Florian Mayer, 12.06.2018, Länge: 03:14 Min.]
Lagebericht aus Heusweiler
SR 3-Reporter Florian Mayer berichtet aus Heusweiler und spricht mit Saarbahn-Sprecherin Ulrike Reimann über Ausfälle und den Schienenersatzverkehr.

Das Unwetter hat die Saarbahnstrecke zwischen Heusweiler und Lebach stark beschädigt. An mehreren Stellen wurden die Gleise unterspült. Der Strom musste abgeschaltet werden. Die Saarbahn fährt derzeit nur zwischen Saargemünd und Riegelsberg-Güchenbach und in die Gegenrichtung. Nachdem die Straßensperrungen aufgehoben waren, richtete die Saarbahn einen Schienenersatzverkehr mit Bussen ein. Die Ersatzhaltestellen des Schienenersatzverkehrs befinden sich in unmittelbarer Nähe der Saarbahnhaltestellen. Den Fahrgästen wird empfohlen, mehr Zeit einzuplanen.

Weitere Regenfälle am Dienstag

Auch am Dienstagvormittag kam es zu weiteren starken Regenfällen, die für Schäden gesorgt haben. In Saarwellingen-Schwarzenholz fiel am frühen Morgen nach Angaben der Polizei ein Baum auf eine Stromleitung und verursachte einen Kurzschluss. Wie der Energieversorger Energis mitteilte, ist der Ort wieder mit Strom versorgt.

In Riegelsberg stürzte ein Baum auf ein Auto, in Merzig war eine Straße blockiert. Durch Starkregen kam es zu überfluteten Straßen und Aquaplaning. Laut Polizei gab es mehrere Unfälle unter anderem auf der A8 zwischen Einöd und Zweibrücken.


Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 12.06.2018 berichtet.

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