Terrasse mit Stühlen vor einem Lokal (Foto: dpa/Jens Krick)

Gastronomie soll flächendeckend öffnen

Mit Informationen von Janek Böffel   07.05.2020 | 20:46 Uhr

Der Ministerrat berät am Freitag über einen Stufenplan zur Öffnung der Gastronomie und Hotellerie am 18. Mai. Dazu wird Wirtschaftsministerin Rehlinger ein Konzept vorstellen. Laut SR-Informationen ist vorgesehen, dass alle Gastronomie- und Hotellerie-Betriebe öffnen dürfen.

Im Interview mit dem SR betonte Anke Rehlinger (SPD), dass Freiräume, die durch die Corona-Maßnahmen geschaffen wurden, jetzt für den Tourismus genutzt werden würden. Für eine Wiederaufnahme des Gastbetriebes werde alles vorbereitet: "Mit Hygieneplänen, Abstandsregeln - wir werden die entsprechenden Beschlüsse dazu vorbereiten. Wir versuchen, den Plan sehr grundsätzlich zu halten, damit sich alle daran halten können. Klare Botschaft, klare Perspektive - all das wird geliefert werden", so Rehlinger.

Zu Gast im Studio - Wirschaftsministerin Anke Rehlinger im Interview (07.05.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 07.05.2020, Länge: 06:13 Min.]
Zu Gast im Studio - Wirschaftsministerin Anke Rehlinger im Interview (07.05.2020)

Außen- und Innengastronomie erlaubt

Entscheidend ist laut Konzept nicht die Art des Betriebs, sondern einzig und allein die Frage ob er die Hygienevorschriften einhalten kann. Das heißt, es wird nicht unterschieden zwischen Hotels und Jugendherbergen oder zwischen Restaurants und Kneipen. Sie alle dürfen öffnen, sofern die Vorschriften eingehalten werden. Anders als in anderen Bundesländern, beispielsweise in Bayern, soll auch nicht zwischen Außen- und Innengastronomie entschieden werden. 

Wie genau die Hygienevorschriften aussehen, an die sich die Betriebe halten müssen, das soll im Laufe der kommenden Woche geklärt werden. Danach soll die Rechtsverordnung angepasst werden. Mit der Vorstellung des Stufenplans soll der Gastronomie und Hotellerie Zeit gegeben werden, sich auf die Öffnung am 18. Mai vorzubereiten. Diskotheken oder Bordelle müssen weiterhin geschlossen bleiben. 

Gastronomie fordert konkrete Ansagen

Tourismus – Hoffnung am Bostalsee (07.05.2020)
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 07.05.2020, Länge: 05:00 Min.]
Tourismus – Hoffnung am Bostalsee (07.05.2020)

Die Gastronomie will Planungssicherheit. Konkrete Anweisungen aber fehlen bisher, bemängelt Philipp Stephan, Restaurantbetreiber am Bostalsee: "Was wir wirklich benötigen, ist ein Maßnahmenkatalog der Regierung, der uns zur Hand gibt, wieviel Abstand von Tisch zu Tisch, welche Durchgangsbreite wir brauchen, wieviel Personen maximal in einem Raum. Das ist das Problem an der ganzen Geschichte, die Planungslosigkeit, die Perspektivlosigkeit, die zerrt an unseren Nerven.“

DEHOGA für Rettungsfonds

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband im Saarland (DEHOGA) begrüßt den Plan für Gaststätten und Hotels. Gudrun Pink, die Präsidentin des Verbandes, zeigte sich erleichtert: "Das bietet uns endlich die Perspektive, die wir so lange ersehnt haben. Wir schwebten in einem luftleeren Raum, unsere Branche wurde öffentlich als nicht-systemrelevant dargestellt – und das hat mich persönlich sehr getroffen. Doch nun scheint Licht am Ende des Tunnels".

Nun komme es vor allem auf die Praxistauglichkeit der neuen Regeln an. Die strengeren Maßnahmen seien außerdem mit Mehrkosten verbunden. Daher fordert der DEHOGA einen Rettungsfond, der schnellstmöglich auf den Weg gebracht wird.

Über dieses Thema wurde auch in den SR-Hörfunknachrichten und in der Sendung "Wir im Saarland - Das Magazin" berichtet.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja