Nazi-Denkmal im Bitcherland (Foto: Copyright Le Républicain Lorrain)

Wohnungsdurchsuchung im Streit um Nazi-Denkmal

Felicitas Fehrer   23.04.2018 | 15:00 Uhr

Die Ermittlungen zum Nazi-Denkmal im Bitcher Land gehen weiter: Am Montag wurde die Püttlinger Wohnung des 34-jährigen Grundstücksbesitzers durchsucht. Auf seinem Grundstück soll im Januar in der Nähe des Dorfes Volmunster eine Stele zu Ehren von Nazi-Soldaten errichtet worden sein.

Um weitere Beweismittel sicherzustellen, hat die Saarbrücker Staatsanwaltschaft am Montag im Rahmen der Rechtshilfe die  Wohnung des 34-Jährigen durchsucht. Gegen den Püttlinger wird in Frankreich wegen Verherrlichung von Kriegsverbrechen und von Verbrechen gegen die Menschlichkeit ermittelt.

Bei der Durchsuchung ging es insbesondere um den Kauf des Grundstücks in Eschviller, auf dem auch Neonazi-Konzerte stattgefunden haben sollen: Der 34-Jährige soll in der Nazi-Band Wolfsfront spielen und der Hammerskinszene angehören – laut Verfassungsschutz eine rassistische, rechtsextreme und in Teilen gewaltbereite Organisation.

Beweismaterial beschlagnahmt

In der Püttlinger Wohnung wurden die Ermittler des saarländischen Staatsschutzes fündig: Umfangreiches Beweismaterial, darunter Aktenordner und Datenträger, sind beschlagnahmt worden und werden aktuell überprüft.

Hintergrund

Anfang Januar hatte die Gendarmerie im Bitcher Land eine Stele entfernen lassen, die in einem Wandergebiet bei Eschviller aufgestellt worden war – zu  "Ehren" einer SS Panzer Division. Die war mutmaßlich während des Krieges an einem Massaker in Maillé beteiligt. In dem zentralfranzösischen Ort waren im August 44 mehr als 120 Einwohner von SS-Angehörigen ermordet worden.

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