Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina empfiehlt, unter bestimmten Voraussetzungen sobald wie möglich zuerst Grundschulen und die Sekundarstufe I schrittweise wieder zu öffnen. (Foto: dpa / picture alliance / Armin Weigel)

Abstandsgebot und Maskenpflicht in Schulen

Mit Informationen von Julia Berdin   24.04.2020 | 19:55 Uhr

Kurz vor Wiederöffnung der Schulen im Saarland steht der angekündigte Hygieneplan des Landes fest. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums muss im gesamten Schulbetrieb ein Sicherheitsabstand von zwei Metern eingehalten werden. Außerdem gibt es eine Maskenpflicht.

Am Robert Schumann Gymnasium in Saarlouis legt Schulleiter Uwe Peters selbst Hand an. Um den Vorgaben des Hygieneplans gerecht zu werden, sei jeder Zentimeter entscheidend. "Jeder Raum ist ein Unikat, weil alle Räume minimal andere Abmessungen haben oder das Waschbecken in einer anderen Ecke ist oder man weniger Platz für den Lehrer vorne hat. Das heißt, jeder Raum wird eigens ausgemessen und es wird geprüft, ob wir die zwei Meter Abstand mit neun Tischen einhalten können oder ob wir reduzieren müssen."

Hygiene-Plan für Schulen erarbeitet
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 24.04.2020, Länge: 03:03 Min.]
Hygiene-Plan für Schulen erarbeitet

Die wichtigste Regel also: Es müssen zwei Meter Abstand eingehalten werden. Je nach Raumgröße sind nur noch bis zu 15 Schüler pro Klassensaal zulässig. Singen, dialogische Sprechübungen und praktischer Sportunterricht dürfen nicht stattfinden, weil hier unter Umständen der Abstand von zwei Metern für den Infektionsschutz nicht ausreicht.

Absperrungen und Maskenpflicht

Absperrungen seien notwendig, "damit sich die verschiedenen Gruppen, die sich im Gebäude aufhalten, nicht durchmischen während der Pausenzeiten", sagt Schulleiter Peters. Es ginge vor allem darum, dass sich Schüler so wenig wie möglich begegnen. Deshalb sollten auch die Zugänge zu den Toiletten kontrolliert werden. Die Schulträger müssten auch sicherstellen, dass genügend Flüssigseife und Papierhandtücher zur Verfügung stehen.

Zudem gibt es eine Maskenpflicht an den Schulen. Die gilt insbesondere im Schulgebäude und auf den Pausenhöfen. An ihren Plätzen im Klassenzimmer müssen die Schüler aber keine Maske tragen. Auch wichtig: Für Schülerinnen und Schüler, die zu einer Risikogruppe gehören oder mit solchen zusammenleben, gibt es Ausnahmen von der Anwesenheitspflicht im Unterricht und Sonderregelungen für die Prüfungen.

Noch große Unsicherheiten

Die Schulträger können den Hygieneplan des Landes ergänzen. Bei den Grundschulen sind das die Kommunen, bei den weiterführenden Schulen die Landkreise. Patrik Lauer (SPD) ist Landrat des Landkreis Saarlouis: "Wir wollen an alle Schüler Baumwollmasken verteilen. Das sehen wir auch unter Umweltgesichtspunkten als eine sinnvolle Ergänzung zu den Einwegmasken, die vom Land zur Verfügung gestellt werden. Wir werden dafür sorgen, dass während des Schulbetriebs eine Reinigungskraft zur Verfügung steht, um die sensiblen Bereiche wie Türgriffe, Handläufe etc. dann ständig säubern zu können."

Neben den Abschlussklassen starten am 4. Mai auch die 4. Klassen der Grund- und Förderschulen. Der Lehrerinnen- und Lehrerverband ist dagegen, vor allem, wenn gleichzeitig die Notbetreuung ausgebaut werden soll. Die Personaldecke sei dünn. Lisa Brausch vom Saarländischer Lehrerinnen- und Lehrerverband sieht den Schritt auch aus einem anderen Grund kritisch: "Die Schüler in diesem Alter im 4. Schuljahr sowohl in den Grund- als auch in Förderschulen werden es nicht schaffen, über den ganzen Schulmorgen die notwendigen Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten."

Die Unsicherheiten seien generell groß. Auch Schulleiter Peters blickt mit Sorge auf den Schulstart: "Die Tatsache, dass wir darin überhaupt keine Erfahrung haben und ja jetzt eigentlich erst in den nächsten Wochen lernen müssen: Wie gehen wir damit um? Wie sorgen wir dafür, dass die Schüler diszipliniert rausgehen? Ich glaube, dass ist für alle die Ungewissenheit und damit eine gewisse Herausforderung."

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht am 24.04.2020 berichtet.

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