Kirchturm der Köllerbacher Martinskirche (Foto: SR)

Neue alte Glocken für die Martinskirche

Pasquale D’Angiolillo   28.06.2020 | 19:09 Uhr

Die Martinskirche in Püttlingen hat neue Glocken bekommen. Das Besondere: Die vier Bronzeglocken sind gebraucht und stammen aus einer aufgegebenen Kirche aus Heinsberg.

Upcycling bedeutet aus alten und scheinbar nutzlosen Dinge wieder etwas Neues zu machen - ein neuer Nachhaltigkeitstrend. An Kirchenglocken denkt man beim Upcycling nicht sofort. In der Martinskirche in Püttlingen läuten aber von nun an Bronzeglocken, die in Heinsberg ausgedient hatten.

Video [aktueller bericht am Sonntag, 28.06.2020, Länge: 3:12 Min.]
Neue Glocken für die Köllerbacher Martinskirche

Die Glocken passten perfekt in den Kirchturm der Martinskirche. Gefunden wurden sie über eine sogenannte Glockenbörse. Rund eine Woche haben die Umbauarbeiten gedauert, bis die alten Stahlglocken der Martinskirche gegen die Bronzeglocken von 1964 ausgetauscht waren.

Das Ende der Stahlglocken

Zur Erinnerung steht noch eine alte Stahlglocke vor dem Gotteshaus. Der Zahn der Zeit hatte an den alten Glocken genagt, nun mussten sie in Rente gehen, sagt Pfarrer Joachim Conrad: "Stahlglocken sind in der Regel gemacht worden, weil man verhindern wollte, dass die Bronzeglocken im Krieg eingezogen wurden. Man hat im 19. Jahrhundert aus der Glockenbronze Kanonen gegossen."

Offenbar waren die neuen Glocken ein echtes Schnäppchen, so Pfarrer Joachim Conrad: "Die vier gebrauchten Glocken haben wir für 30.000 Euro gekauft. Normalerweise, wenn eine Glocke neu gegossen wird, je nachdem wie groß sie ist, kostet die 15.000, 20.000, und das mal vier. Und das auf und ablassen kostet nochmal 40.000."

Pünktlich vor der 800-Jahr-Feier

Auch die Stadt Püttlingen hat sich an der Finanzierung beteiligt. Die Kirche ist historisch sehr bedeutsam, sagt Pfarrer Joachim Conrad: "Die Martinskirche ist 1223 erstmals urkundlich erwähnt, deswegen haben wir in drei Jahren unsere 800-Jahr-Feier der ersten Erwähnung. Allerdings: Archäologisch gesehen sind Gebäude bis ins neunte Jahrhundert ausgegraben. Und wir waren im Mittelalter das Kirchspiel für 28 Dörfer. Das ganze Köllertal wurde hierher gepfarrt."

In einem Openair-Gottesdienst wurden die neuen Glocken am Sonntag eingeläutet.

Über dieses Thema hat auch der aktuelle bericht vom 28.06.2020 berichtet.

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