Gewalt gegen Polizisten (Foto: dpa)

Gewalt gegen Polizisten nimmt im Saarland zu

Thomas Gerber   30.01.2020 | 18:20 Uhr

Im Saarland ist die Zahl der Dienstunfälle nach Gewalt gegen Polizisten deutlich gestiegen. Die Polizeigewerkschaft sieht die Justiz in der Pflicht.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat im Saarland im vergangenen Jahr 151 Dienstunfälle nach Gewalttaten gegen Polizisten gezählt. Die Beamten registrierten eine Zunahme der Taten von rund 50 Prozent im Vergleich zu 2018. 47 Beamte seien im Jahr 2019 vorübergehend dienstunfähig gewesen, 2018 galt dies für 33 Polizisten. Auf einen Zeitraum von vier Jahren betrachtet, hat sich nach Auskunft der Gewerkschaft die Zahl der Dienstunfähigkeitsmeldungen verdoppelt.

Polizisten als "lebende Zielscheibe"

Der GdP-Landesvorsitzende David Maaß sagte dem SR, die Zahlen würden eine Entwicklung in der Gesellschaft ausdrücken: Der Respekt gegenüber den Beamten schwinde, und die Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft steige. Laut Maaß werden Beamte "teilweise als lebende Zielscheibe" betrachtet. Der Landesvorsitzende forderte von der Justiz, insbesondere Wiederholungstäter mit harten Strafen zu belegen und den bestehenden Strafrahmen auszuschöpfen. Wer die Polizei attackiere, attackiere die gesamte Gesellschaft.

Ruth Meyer, innenpolitische Sprecherin der CDU, zeigte sich besorgt über die Entwicklung: "Wir haben die zunehmende Respektlosigkeit und Verrohung im Umgang mit Staatsdienern zwar schon länger wahrgenommen und auch umgehend Maßnahmen aufgesetzt – dass die Steigerung so massiv wäre, hat mich jedoch wirklich überrascht." Zu diesen Maßnahmen zählten unter anderem schärfere Strafen bei Gewalttaten gegen Beamte, eine bessere Ausstattung der Polizisten mit Schutzhüllen, Bodycams und Tasern, polizeipsychologische Hilfe wie auch die Unterstützung bei möglichen Schadensersatzansprüchen." Die Polizei braucht unsere volle Rückendeckung für ihre schwierige Arbeit", sagte Meyer.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten vom 30.01.2020 berichtet.

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