Finanzamt Saarbrücken (Foto: SR)

Finanzamtgebäude vor ungewisser Zukunft

Mit Informationen von Diana Kühner-Mert   06.04.2020 | 20:14 Uhr

Das Saarbrücker Finanzamt Am Stadtgraben stammt aus der Zeit kurz nach dem Krieg. Seither wurde nicht mehr viel dran gemacht. Überall bröckelt es, zuletzt mussten aus Gründen der Statik schon Akten weggebracht werden. Beim Finanzministerium gleich nebenan sieht es nicht besser aus.

Einige Mitarbeiter des Finanzamts in Saarbrücken haben ihre Arbeitsplätze mittlerweile in einem anderen Gebäude. Die übrigen, rund 250 könnten bald folgen, denn das Gebäude muss entweder teuer saniert oder abgerissen werden. CDU-Finanzminister Peter Strobel sagte, derzeit werde geprüft, ob eine Sanierung überhaupt wirtschaftlich sinnvoll sei. Er betonte: „Das Finanzamt verursacht natürlich hohe Energiekosten und immer wieder Unterhaltskosten, weil irgendwelche Leitungen kaputt sind und sonst irgendwas repariert werden muss“. Deswegen soll auch bald eine Entscheidung über die Zukunft des Gebäudes fallen.

Video [aktueller bericht, 06.04.2020, Länge: 3:23 Min.]
Sanierungsbedarf bei Finanzamt und Finanzministerium

Hohe Kosten auch beim Ministerium

Beim Finanzamt sind in den vergangenen zwei Jahren allein für Instandsetzungsarbeiten,  gut 113.000 Euro an Kosten aufgelaufen. Im benachbarten Finanzministerium waren es sogar über 217.000 Euro. Hinzu kommen immense Heizkosten, weil keines der Gebäude gedämmt ist. Kostenpunkt hier: 206.000 Euro im Jahr 2018 und sogar fast 235.000 im vergangenen Jahr.

Problem Denkmalschutz

Einfach Abreißen ist beim Finanzamt allerdings nicht möglich, denn das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Hier betont Finanzminister Strobel, dieser dürfe auch nicht ignoriert werden. Schließlich häten Bauwerke aus einer bestimmten Zeit auch eine bestimmte Bedeutung. Ein verantwortungsvolles Prüfverfahren müsse letztlich klären, ob saniert oder abgerissen werde.

Ministerium besser in Schuss

Nicht ganz so dramatisch gestaltet sich die Lage beim benachbarten Finanzministerium. Beim dem Gebäude aus den 1960er Jahren ist eine Sanierung nach Einschätzung des Landes prinzipiell machbar. In den beiden Gebäuden arbeiten zusammen um die 400 Menschen. Wo sie im Falle von Abriss oder Kernsanierung untergebracht werden sollen, sei noch unklar. Konkrete Vereinbarungen gebe es hier noch nicht, so Strobel.

Bauministerium sucht Lösung

Bis Mitte des Jahres soll laut Bauministerium über das weitere Vorgehen entschieden werden. Die Kosten, unabhängig von einer Sanierung oder einem Neubau, schätzt das das Land vage auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

Über dieses Thema hat auch der „aktuelle bericht“ vom 06.04.2020 berichtet.

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