Logo der Partei "Die Linke" (Foto: SR)

Die Linke ist Oskar

Caroline Uhl  

Die Saar-Linke ist Oskar Lafontaine, Oskar Lafontaine ist die Saar-Linke. Er ist der Leitwolf und der Stimmenfänger der Partei: In keinem westdeutschen Landesparlament ist die Partei so stark vertreten – wenn überhaupt – wie im Saarland. In diesem Jahr könnte Lafontaine seine Partei in die Regierungsverantwortung führen.

Oskar Lafontaine ist der Spitzenkandidat, das Gesicht und der Stimmenbringer für die Saar-Linke: ein politischer Fuchs mit so viel Erfahrung wie kein anderer in der saarländischen Landespolitik. Der Wahlkampf der Linken ist ganz auf den 73-Jährigen zugeschnitten: Auf Großplakaten blickt Lafontaine den Passanten an. Er wirbt für seine Person – mal neckisch ("Ein Oskar für das Saarland"), mal gutmütig lächelnd ("Erfahren, glaubwürdig, durchsetzungsstark.") – oder wirbt ernst dreinblickend für seine Sache ("Genug gezahlt: jetzt sind die Reichen dran!"). Für den Wahlkampf-Endspurt hat sich nun auch noch Ehefrau Sahra Wagenknecht auf einzelne Plakate dazugesellt.

Größte Oppositionsfraktion

Die Linke ist im Parteienspektrum eine noch relativ junge Partei. Vor zehn Jahren gründete sie sich als Zusammenschluss der SED-Nachfolgerpartei PDS und der WASG, die sich als Protest gegen die Agenda 2010 der rot-grünen Bundesregierung formiert hatte. Lafontaine wurde ihr Bundesvorsitzender, und saß für die Linke im Bundestag.

Im Jahr 2009 kehrte er in die saarländische Landespolitik zurück. Seitdem spielt seine Partei hierzulande eine maßgebliche Rolle. 2009 holte die Linke 21,3 Prozent der Stimmen, war nur noch gut drei Prozentpunkte von der SPD entfernt. Das hatte es in Westdeutschland so noch nicht gegeben. 2012 ein Verlust, mit 16,1 Prozent aber immer noch klar zweistellig. In der nun zu Ende gehenden Legislaturperiode stellte die Partei die größte Oppositionsfraktion, ihr Fraktionschef Lafontaine entsprechend den Oppositionsführer. Seine politischen Gegner im Landtag arbeiten sich regelmäßig lieber an seiner Person ab als an seinen Inhalten.

Ziel ist die Regierungsbank

Die linken Inhalte haben sich über die Jahre kaum verändert: höhere Steuern für Reiche, Abschaffen der Agenda 2010, Verbot von Leiharbeit, weniger Befristungen und für einen höheren Mindestlohn. Im Saarland tritt die Partei schon seit einigen Jahren in Opposition zum Windkraft-Ausbau auf: Sie ist gegen neue Anlagen im Wald und für Bürgerbefragungen beim Bau von Windrädern. In der Bildungspolitik ist sie für einen schrittweisen Abbau der Kita-Beiträge. Das achtjährige Gymnasium soll laut Wahlprogramm zwar nicht abgeschafft werden, das Abitur nach neun Jahren aber auch an Gymnasien wieder möglich sein. Die Schuldenbremse lehnt die Linke ab, stattdessen tritt sie für bundesweite Änderungen am Steuersystem ein.

Die Linke strebt im Saarland eine Regierungsbeteiligung an, am liebsten alleine mit der SPD. Laut einigen Umfragen könnte das rechnerisch klappen. Es wäre die erste rot-rote Regierung in einem westdeutschen Flächenland.

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