Annegret Kramp-Karrenbauer am Wahlabend (Foto: Imago/Becker&Bredel)

AKK schlägt Schulz-Effekt

Daniel Weiland   26.03.2017 | 22:16 Uhr

Fast alle Umfragen hatten bei der Landtagswahl im Saarland ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD vorausgesagt. Doch das Ergebnis ist alles andere als knapp. Im Saarland zählt "AKK-" statt "Schulz-Effekt" - und Kontinuität statt Wechsel.

Seit Martin Schulz zum SPD-Kanzlerkandidaten ausgerufen wurde, hatte auch die Saar-SPD in allen Umfragen deutlich zugelegt. Vom "Schulz-Effekt" wollte nicht nur die Bundespartei profitieren, sondern auch die saarländischen Sozialdemokraten um Spitzenkandidatin Anke Rehlinger, die der CDU scheinbar immer näher auf die Pelle rückten.

Doch am Wahltag kam dann alles anders - gegen die enorme Beliebtheit der amtierenden Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer kam selbst eine von Schulz beflügelte SPD nicht an. AKK ist laut Infratest Dimap eine der beliebtesten Politikerinnen in Deutschland überhaupt, nur getoppt von Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg.

Enorme Zufriedenheitswerte

Mehr als drei Viertel der Saarländer sind mit Kramp-Karrenbauers Arbeit der letzten Jahre zufrieden, ihre Werte übersteigen sogar die von Vorgänger Peter Müller. Zwar ist auch SPD-Kandidatin Rehlinger nicht unbeliebt, allerdings liegt sie noch einige Prozentpunkte hinter Kramp-Karrenbauer.

Auch das taktische Spiel um mögliche rot-rote oder rot-rot-grüne Koalitionen im Saarland dürfte die SPD so einige Wähler gekostet haben. Fast 70 Prozent der Saarländer sind mit der Arbeit der bisherigen Arbeit der Großen Koalition zufrieden - da kommt keine Wechselstimmung auf.

Die Wählerwanderungen im Überblick

Das lässt sich auch an der höchsten Wahlbeteiligung seit 1994 ablesen - und daran, dass die CDU viele Nichtwähler mobilisieren konnte - ebenso übrigens wie die SPD. Die verlor aber gleichzeitig auch Tausende Stimmen an die Christdemokraten. Das dürfte eine bewusste Entscheidung gegen rot-rot sein. Das klare Wählervotum im Saarland heißt "weiter so".


tagesschau.de
Analyse: Wer wählte was warum?
Wie kommt es, dass die CDU so viel deutlicher gewonnen hat als lange angenommen? Warum hat der "Schulz-Effekt" der SPD an der Saar nicht geholfen? Und welche Rolle spielten Themen wie die Flüchtlingspolitik? Eine Analyse auf der Basis der Zahlen von Infratest dimap.

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