Hubert Ulrich, der Spitzenkandidat der Grünen 2017, auf einem Plakat (Foto: Marc Hoffmann)

Erprobt im Kampf um die Fünf-Prozent-Hürde

Caroline Uhl  

Kein Name ist mit den saarländischen Grünen so verbunden wie der von Hubert Ulrich. Seit Jahrzehnten in der Partei zieht er dort die Strippen. Um den Einzug in den Landtag müssen Ulrichs Grüne bangen – wieder einmal.

Es geht ja paritätisch bei den Saar-Grünen zu: zwei Spitzenkandidaten, ein Mann, eine Frau, Hubert Ulrich und Barbara Meyer-Gluche. Doch: Auf der Landesliste gibt es nur einen ersten Platz. Und die Nummer eins heißt Hubert Ulrich. Kein Name ist mit der Partei so verbunden wie der des hochgewachsenen 59-Jährigen.

Der Königsmacher

Seit 1982 ist der vierfache Vater in der Partei aktiv. Zwischen 1991 und 1999 führt er erstmals den Landesverband an. 2002 übernimmt der Saarlouiser den Landesvorsitz wieder. Die weiblichen Co-Vorsitzenden wechseln, doch Ulrich bleibt. 1994 ziehen die Grünen mit ihm an der Spitze erstmals in den Landtag ein.

Video
Grünen-Spitzenkandidat Ulrich im Live-Interview
Der Grünen-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Ulrich, hat sich im Live-Interview den Fragen von Reporter und Zuschauern gestellt.

Seine große Stunde schlägt 2009: Mit 5,9 Prozent haben es die Grünen in den Landtag geschafft. Die Stimmverteilung will es so, dass sich Ulrichs Partei entscheiden kann: Koalition mit CDU und FDP oder mit SPD und Linkspartei. In den Verhandlungen spielt Ulrich seine Raffinesse aus. "Er ist mit allen Wassern gewaschen", sagt hinterher einer, der nah dran war am Geschehen. Der dem Realo-Lager zuzuordnende Ulrich diktiert den Verhandlungspartnern seine Ziele, holt sich von seiner Partei das Okay für das Bündnis mit Union und Liberalen – und schafft es schließlich, dass die Regierungskoalition zuerst die grünen Themen abarbeitet.

Der Ruch der Käuflichkeit

Kurz nach Dienstantritt des Dreier-Regierungsbündnisses gerät Ulrich aber wegen Verbindungen zum Saarbrücker FDP-Kreisvorsitzenden Hartmut Ostermann in die Kritik. Es geht um einen Job in einer von Ostermanns Firmen. Zudem wird eine Großspende Ostermanns an die Grünen bekannt. Waren Ulrichs Grüne käuflich? Er selbst nennt das "absurd". Ein Untersuchungsausschuss findet keine konkreten Beweise.

Seit dem Regierungswechsel 2012 sitzt Ulrich wieder in der Opposition. Sein großes Thema ist das Grubenwasser – der Kampf gegen die Abstellung der Wasserpumpen in den Bergwerken. Zu diesem Thema sitzt er einem Untersuchungsausschuss im Landtag vor. Für die baldige Landtagswahl setzen Ulrich und seine Wahlkämpfer neben dem Grubenwasser vor allem auf Bildungsthemen: "Mit den Grünen wird der Sparkurs im Bildungsbereich im Saarland definitiv beendet", so Ulrichs Botschaft.

Im Saarlandtrend von Januar 2017 steht seine Partei bei 5,0 Prozent. Die Fünf-Prozent-Hürde haben die Saar-Grünen seit Mitte der 90er immer knapp über- einmal unterschritten. Ulrich kennt das. Er war immer dabei.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja