Wahlplakat, Oliver Luksic (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Mit Optimismus aus der Bedeutungslosigkeit

Caroline Uhl  

Die Jahre der Bedeutungslosigkeit sollen vorbei sein: Nach fünf Jahren Abstinenz will die FDP mit ihrem Spitzenkandidat Oliver Luksic wieder in den Landtag einziehen. Kommunalparlament und Bundestag kennt der zweifache Vater schon, der Landtag wäre Neuland.

Man könnte sagen, der Luksic, der hatte einen schweren Stand, als er 2011 den Landesvorsitz der Saar-FDP übernahm. Man könnte aber auch sagen: Es konnte ja nur bergauf gehen. Er sitzt damals in Berlin, ist für eine Legislaturperiode Bundestagsabgeordneter, als sich seine Partei in der saarländischen Heimat selbst zerlegt. Luksics Glück ist, dass er so weit weg ist, so wird er nicht reingezogen in den Sumpf aus Stunk und Zank, der am Ende die Regierungskoalition aus CDU, Grünen und FDP zum Platzen bringt.

Wer hätte es auch machen sollen?

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FDP-Spitzenkandidat Luksic im Live-Interview
Der FDP-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Luksic, hat sich im Live-Interview den Fragen von Reporter und Zuschauern gestellt.

Bei der anschließenden Landtagswahl erreichen die Liberalen ihren Tiefpunkt: Mit 1,2 Prozent fliegen sie hochkantig raus aus dem Länderparlament. Luksic, zu dem Zeitpunkt seit gut einem Jahr Landeschef, ist als Spitzenkandidat angetreten. Wer hätte es auch sonst machen sollen?

Wie sehr die Partei damals ihr Image ramponiert, zeigt sich daran, dass sie für die anstehende Landtagswahl immer noch betont, dass "von den Repräsentanten der ehemaligen Jamaika-Koalition niemand mehr auf den Wahllisten zu finden" sei. Luksic ist wieder Spitzenkandidat. Der Einzug in den Landtag wird eine knappe Kiste, im jüngsten Saarlandtrend vom Januar erreicht die FDP vier Prozent.

Politischer Frühstarter

Im Jahr 2000 in die FDP eingetreten, legt Oliver Luksic schnell los. 2002 übernimmt der Holzer den Ortsverband Heusweiler, im selben Jahr wird er Landesvorsitzender der Julis, er sitzt im Gemeinderat von Heusweiler, 2009, mit 29 Jahren, wird er Bundestagsabgeordneter, mit 31 Landeschef. Nachdem die Liberalen 2013 aus dem Bundestag fliegen, arbeitet er wieder als Unternehmensberater.

Mittlerweile ist er 37 Jahre alt und steht nach eigenen Angaben für "die erneuerte FDP". Hemd, Sakko, geschliffene Sprache. Inhaltlich: Vereinfachungen am Steuersystem, Bürokratieabbau, Stärkung des Mittelstands. In der Bildung setzt er auf eine 24-Stunden-Kita in jedem Landkreis und Wahlfreiheit zwischen G8 und G9. Das Ganze nennt er "Das neue Saarland", transportiert auf knallbunten Wahlplakaten. "Wir werben optimistisch für das neue Saarland", beschreibt er. Den Optimismus haben sie sich bei der Saar-FDP hart erarbeiten müssen.

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