Zwei Polizisten mit einer Weste mit "Polizei"-Aufschrift (Foto: dpa)

Gewerkschaft: Polizeianwärter schon ab Herbst aufstocken

Thomas Gerber   08.05.2017 | 13:05 Uhr

Die Vereinbarungen im neuen Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD im Saarland zur Inneren Sicherheit stoßen bei der Gewerkschaft der Polizei (GdP) auf grundsätzliche Zustimmung. Lange diskutierte Themen wie Videoüberwachung oder Body Cams seien endlich geregelt, zudem solle der Personalabbau bei der Polizei gestoppt werden. Die GdP hat aber auch noch eine konkrete Forderung.

Noch in diesem Jahr solle mehr Personal her, verlangt die Gewerkschaft der Polizei (GdP). Konkret: Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahrs im Herbst müssten 20 zusätzliche Polizeianwärter eingestellt werden. Nicht wie bisher geplant 110, sondern 130 Kollegen und Kolleginnen sollten dann in Göttelborn ihr Fachhochschulstudium starten. Nur dann sei das großkoalitionäre Ziel, den Personalabbau bei der Polizei ab 2021 zu stoppen, tatsächlich umsetzbar, erklärte GdP-Landeschef Ralf Porzel.

Pensionierungswelle rollt

Auch in den Jahren 2018, 2019 und 2020 müssten aufgrund anstehender Pensionierungswellen zusätzliche Polizeianwärter eingestellt werden. Die Zahl von „130 Neuen pro Jahr“ müsse auch dann gelten. Derzeit sei die Situation auf den Revieren grenzwertig, der Wach- und Streifendienst personell auf Kante genäht.

Dass dem so ist, räumt auch die Polizeispitze ein. Sonst im Mai übliche Bewerbungen vom Wach- und Streifendienst hin zu anderen Abteilungen wurden kürzlich gestoppt. In einem internen Rundschreiben, das dem SR vorliegt, bezeichnet Polizeipräsident Norbert Rupp dieses Vorgehen als „alternativlos“. Andernfalls könnten die notwendigen Kommandostärken vor Ort nicht mehr gehalten werden.

Über dieses Thema wurde auch in der Rundschau vom 08.05.2017 berichtet.

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