Wahl-O-Mat Saarland Landtagswahl 2017  (Foto: bpb/Pressefoto)

Studentin füttert Wahl-O-Mat

Axel Burmeister   02.03.2017 | 08:30 Uhr

Pünktlich zur heißen Phase des Landtags-Wahlkampfs ist am Donnerstag der Wahl-O-Mat im Saarland online gegangen. 38 Thesen sollen den Wählern Durchblick vermitteln, welche Partei wofür steht und welche Ziele sie für die kommende Legislaturperiode hat. SR.de hat mit Fleur Geppert-Gasper gesprochen, die an der Ausarbeitung der Thesen für den Wahl-O-Mat beteiligt war.

Bis zu sechs Prozent der Nutzer werden durch den Wahl-O-Mat motiviert zur Wahl zu gehen, obwohl sie das ursprünglich nicht geplant hatten. Das hat die Bundeszentrale für Politische Bildung mitgeteilt. Auch im Saarland können Wähler vor der Landtagswahl den Wahl-O-Mat zu Rate ziehen.


SR.de: Frau Geppert-Gasper, wie kamen Sie dazu, im Wahl-O-Mat mitzuarbeiten?

Fleur Geppert-Gasper: Ich habe auf der Website der Bundeszentrale für Politische Bildung zufällig gesehen, dass Jungredakteure für die Mitarbeit am Wahl-O-Mat gesucht werden. Und da habe ich mich beworben.

SR.de: Was war denn Ihre Motivation – warum wollten Sie da mitmachen?

Geppert-Gasper: Ich bin zwar politisch interessiert, aber nicht an eine Partei gebunden. Trotzdem hatte ich Lust, mich politisch einzubringen. Außerdem hoffe ich, dass der Wahl-O-Mat Unentschlossenen dabei hilft, ihre Wahlentscheidung zu treffen.

Fleur Geppert-Gasper, Jungredakteurin beim Wahl-O-Mat (Foto: SR)
Fleur Geppert-Gasper, Jungredakteurin beim Wahl-O-Mat

SR.de: Wie funktioniert der Wahl-O-Mat?

Geppert-Gasper: Es gibt 38 Thesen zu Themen wie Bildung, Kultur, Verkehr, Finanzen oder Umwelt. Zu jeder dieser Thesen kann der Nutzer zustimmen, sie ablehnen oder ihnen neutral gegenüberstehen. Zwischen diesen Optionen kann man wählen. Hat man sich durch alle Thesen durchgeklickt, erscheint am Ende eine Grafik, die die Nähe des Nutzers zu bestimmten Parteien anzeigt. Außerdem sieht man, wie sich die Parteien zu den jeweiligen Thesen positionieren.     

SR.de: Glauben Sie, dass Ihre Thesen auch auf die Parteien Einfluss haben können?

Geppert-Gasper: Natürlich hoffe ich, dass die Parteien sich mit unseren Thesen auseinandersetzen und vielleicht das eine oder andere Thema für wichtig empfinden. Mir zum Beispiel liegen soziale Themen sehr am Herzen, weil ich selbst als Inklusionshelferin an einer Gemeinschaftsschule gearbeitet habe.

SR.de: Wie funktionierte die Zusammenarbeit mit den Parteien – waren die an der Ausarbeitung beteiligt?

Geppert-Gasper: An der Ausarbeitung nicht. Wir haben uns an den vorläufigen Wahlprogrammen orientiert und versucht, die Parteien mit ihren unterschiedlichen Positionen – zum Beispiel bei den Themen Einwanderung, Flüchtlinge und Infrastruktur – voneinander abzugrenzen. Das war gar nicht so einfach, weil die Parteien teilweise mit ihren Aussagen zunächst sehr nahe beieinander lagen.

SR.de: Was heißt „zunächst“?

Geppert-Gasper: In einem ersten Schritt haben wir 80 Thesen an alle zur Wahl stehenden Parteien geschickt. Sie sollten sich dazu konkret äußern, damit wir anschließend entscheiden konnten, welche Thesen zur Abgrenzung geeignet sind. Im fertigen Wahl-O-Mat dürfen nämlich nur 38 Thesen stehen.

SR.de: Weiß man, wie oft der Wahl-O-Mat vor der letzten Landtagswahl genutzt wurde?

Geppert-Gasper: Vor fünf Jahren wurde der Wahl-O Mat laut Bundeszentrale für Politische Bildung etwa 172.000 Mal im Saarland angeklickt.

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