Illustration: Rot-Rote Koalition (Foto: SR/dpa)

Politikexperte: Rot-Rot im Saarland ein Testlauf für Berlin

dpa   12.03.2017 | 17:07 Uhr

Ein mögliches Bündnis von SPD und Linkspartei im Saarland wäre nach Ansicht des renommierten Politikwissenschaftlers Sarcinelli ein Fingerzeig für den Bundestagswahlkampf. Am 26. März wählen die Saarländer einen neuen Landtag – eine Koalitionsregierung aus SPD und Linkspartei wäre Umfragen zufolge möglich.

Nach jüngsten Umfragen von Forsa und Insa hat die SPD sieben bis neun Punkte auf 33 Prozent zugelegt. Ein rot-rotes Bündnis ist gut zwei Wochen vor der Landtagswahl am 26. März rechnerisch möglich.

Rot-Rot im Saarland "würde bundespolitisch eine klare Richtung vorgeben. Nach dem Motto: 'Das ist jetzt der Testlauf für Berlin'", sagte der emeritierte Professor von der Universität Landau, Ulrich Sarcinelli. Er gehe aber davon aus, dass die SPD ein solches Bündnis an der Saar gar nicht anstrebe.

CDU und SPD fast gleichauf

Der renommierte Politikwissenschaftler Ulrich Sarcinelli (Foto: dpa)
Politikwissenschaftler Ulrich Sarcinelli

Sarcinelli geht dennoch eher von einem Zusammenschluss von CDU und SPD aus. "Es spricht alles für eine große Koalition, und es scheint nur darum zu gehen, wer diese anführt", sagte der Politikexperte. Nach dem Aufwärtstrend in den vergangenen Wochen liegen die  Sozialdemokraten mit Spitzenkandidatin Anke Rehlinger nur noch einen Prozentpunkt hinter der CDU von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Sarcinelli sagte aber auch, dass man den Umfragen nicht zu viel Gewicht beimessen sollte.

SPD ohne Koalitionsaussage vorab

Kramp-Karrenbauers CDU strebt eine weitere Legislaturperiode in Koalition mit der SPD an. Eine große Koalition wäre rechnerisch auch die einzige realistische Option für die Union, im Saarland Teil der Regierung zu bleiben. Sozialdemokratin Rehlinger wollte bisher keine Koalitionsaussage treffen.

Verlöre Kramp-Karrenbauer ihren Posten bei der Wahl, würde die CDU mit Stanislaw Tillich (Sachsen), Volker Bouffier (Hessen) und Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt) bundesweit nur noch drei Ministerpräsidenten stellen. Der SPD mit Spitzenkandidatin Anke Rehlinger winkt ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl am 24. September hingegen die Eroberung des zehnten Landesvorsitzes.

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