Wahlurne (Foto: picture alliance/Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa)

Parteilose drängen ins Bürgermeisteramt

Axel Wagner/Thomas Braun   28.04.2019 | 08:37 Uhr

Bei den Bürgermeisterwahlen im Saarland am 26. Mai treten in fast jeder zweiten Kommune parteilose Bewerber an. Spitzenreiter sind dabei Schmelz und Kleinblittersdorf. Hier haben jeweils vier Kandidaten kein Parteibuch.

Für den Politikwissenschaftler Uwe Jun von der Uni Trier ist die Entwicklung nicht neu. „Insgesamt sehen wir bundesweit, dass das schon seit einigen Jahren zunimmt.“ Es gebe aber im Saarland keine besondere Zunahme bei den Kandidaten, wobei hier allerdings keine genauen Daten vorliegen.

In kleinen Kommunen größere Chancen

Generell unterscheidet Jun zwischen zwei Typen von parteilosen Bewerbern. Für die Parteien werde es immer schwieriger, Kandidaten zu rekrutieren, unter anderem auch wegen des allgemeinen Mitgliederschwundes. Da könne ein unabhängiger, aber der Partei nahe stehender Kandidat eine Lösung sein. Zum Anderen gebe es dann noch jene Einzelbewerber, die tatsächlich unabhängig sind oder zum Beispiel aus einer Bürgergruppe heraus kandidieren.

Wie groß die Chancen für parteilose Bewerber sind, hängt Jun zufolge von der Größe der Kommune ab. In kleineren Gemeinden spiele die Parteizugehörigkeit keine so große Rolle, dafür aber die persönliche Bekanntheit. Dass, wie im Saarland gern kolportiert, „jeder jeden kennt“, funktioniere in Städten wie zum Beispiel Saarbrücken eher nicht, dafür aber in kleineren Kommunen.

Übersicht
Kommunalwahlen 2019
Der 26. Mai 2019 ist Superwahltag im Saarland. An diesem Sonntag finden nicht nur die Europawahlen statt, sondern zeitgleich Kommunal- und Direktwahlen im Saarland. Alle Infos zu den Kommunalwahlen finden Sie hier.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 28.04.2019 berichtet.

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