Eine Frau wirft einen Stimmzettel in eine Urne. (Foto: dpa/Fredrik Von Erichsen)

Wahlbeteiligung teilweise sehr niedrig

  10.06.2019 | 19:43 Uhr

Die Stichwahlen um OB- und Bürgermeisterämter sind am Pfingstsonntag im Saarland teilweise auf geringes Interesse gestoßen. Deutlich weniger als jeder zweite Wahlberechtigte beteiligte sich. Besonders in Saarbrücken gingen wenige Bürger zur Wahl.

Kollegengespräch "Britz konnte ihre Stammwählerschaft nicht mobiliseren"
Audio [SR 3, Interview: Frank Hofmann, 11.06.2019, Länge: 03:17 Min.]
Kollegengespräch "Britz konnte ihre Stammwählerschaft nicht mobiliseren"

Knapp 326.600 Saarländer waren in 13 Kommunen zur Wahl aufgerufen. Knapp 140.000 gaben ihre Stimme im Wahllokal oder per Briefwahl ab. Die niedrigste Wahlbeteiligung gab es in Saarbrücken. Dort stimmte mit 33 Prozent gerade einmal jeder dritte Berechtigte ab. Am Ende wurde der neue Bürgermeister Uwe Conradt (CDU), der sich knapp gegen Charlotte Britz (SPD) durchsetzte, von gerade einmal 16 Prozent der Wahlberechtigten ins Amt gewählt.

Auch in Neunkirchen (34,3 Prozent ), wo SPD-Kandidat Jörg Aumann die Nachfolge von Jürgen Fried antreten wird, und Sulzbach (37,6 Prozent) lag die Beteiligung unter 40 Prozent.

In Blieskastel und Mandelbachtal war sie mit mehr als 57 Prozent am höchsten. Auch in St. Ingbert, wo Ulli Meyer (CDU) die Stichwahl gegen den bisherigen unabhängigen Amtsinhaber Hans Wagner gewann, war die Wahlbeteiligung mit 54 Prozent hoch.

Video [aktueller bericht extra, 09.06.2019, Länge: 4:39 Min.]
Ergebnisse der Stichwahlen

17 neue OB und Bürgermeister

Kommentar zur Saarbrücker OB-Wahl
Eine schallende Wählerohrfeige

Insgesamt haben die Stichwahlen am Pfingstsonntag zu einer deutliche Veränderung in den saarländischen Rathäusern geführt. In insgesamt 17 Kommunen übernehmen in den nächsten Monaten neue Bürgermeister ihr Amt - darunter Saarbrücken, Neunkirchen und St. Ingbert.

Sieben bisherige Rathauschefs wurden in den Direktwahlen nicht mehr gewählt. In zehn weiteren Kommunen waren die Amtsinhaber zu der Wahl nicht mehr angetreten. 17 weitere Bürgermeister verteidigten ihre Ämter, die meisten von ihnen bereits im ersten Wahlgang. Insgesamt wurden neun Sozialdemokraten, fünf Christdemokraten und drei unabhängige Bewerber in den beiden Wahlgängen am 26. Mai und am 9. Juni neu ins OB- bzw. Bürgermeisteramt gewählt.

Mehr SPD-Rathauschefs

Die SPD stellt insgesamt die meisten Rathauschefs. Künftig stehen in 23 der 52 Gemeinden Sozialdemokraten an der Verwaltungsspitze. Die SPD stellt nach den Wahlen einen Bürgermeister mehr als zuvor. Die CDU kommt nur noch auf 18 Bürgermeister. Allerdings konnten die Christdemokraten nach 43 Jahren das Saarbrücker Rathaus erobern. Auch in St. Ingbert gewann der CDU-Kandidat.

Die Zahl der unabhängigen Bürgermeister, die weder CDU noch SPD angehören, ist im Saarland leicht gestiegen. In elf Kommunen haben sich die Bürger für unabhängige Kandidaten entschieden. 

Weiter nur vier Bürgermeisterinnen

Auch künftig steht im Saarland nur in vier Kommunen eine Frau an der Spitze. Neben der Völklinger Oberbürgermeisterin Christiane Blatt (SPD) wurden drei Politikerinnen neu ins Amt gewählt. In Püttlingen wird Denise Klein (SPD) Rathauschefin. In Mandelbachtal löst Maria Vermeulen (SPD) Gerd Tussing ab. Auch in Überherrn setzte sich mit Anne Ylivina-Hoffmann (SPD) eine Frau durch.

Am 26. Mai wurde Birgit Müller-Closset (SPD, Eppelborn) abgewählt. Nach der Stichwahl müssen Annelie Faber-Wegener (CDU, Blieskastel) und Charlotte Britz (SPD, Saarbrücken) ihre Ämter abgeben. 

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 10.06.2019 berichtet.

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