Hans Wagner, parteilos und Ulli Meyer, CDU (Foto: Michael Quiring/Carsten Simon)

In St. Ingbert deutet sich Wechsel an

Thomas Braun / mit Informationen von Patrick Wiermer   09.06.2019 | 18:26 Uhr

Beim Kampf um das Oberbürgermeisteramt in St. Ingbert deutet sich ein Wechsel an. Nur noch wenige Stimmbezirke müssen ausgezählt werden, und aktuell liegt CDU-Herausforderer Ulli Meyer mit 53 Prozent knapp vor Amtsinhaber Hans Wagner.

Bereits im ersten Wahlgang war es sehr knapp zugegangen. Beide Kandidaten trennten nur wenige Stimmen - und beide sahen sich nach der Wahl am 26. Mai als Sieger. Wagner, weil er einen leichten Stimmenvorteil gegenüber seinem Herausforderer behaupten konnte - und Meyer, weil in der Summe doch eine Mehrheit der Bürger für einen Wechsel gestimmt habe.

Diesen Wechsel streben auch der im ersten Wahlgang unterlegene SPD-Kandidat Sven Meier und die St. Ingberter Grünen an, die vor der Stichwahl zur Unterstützung für Meyer aufrufen. Der SPD-Stadtverband folgt der Empfehlung des SPD-Spitzenkandidaten nicht und enthält sich. Die Linkspartei stellt sich hinter Amtsinhaber Wagner.

Die Kandidaten in St. Ingbert vor der Stichwahl
Audio [SR 3, (c) Patrick Wiermer, 03.06.2019, Länge: 03:00 Min.]
Die Kandidaten in St. Ingbert vor der Stichwahl

Zehn Fraktionen im Stadtrat

Der künftige Oberbürgermeister wird es mit einem stark zersplitterten Stadtrat zu tun haben, in dem künftig zehn Parteien sitzen werden. Stärkste Fraktion bei der zeitgleich zur OB-Wahl abgehaltenen Kommunalwahl wurde die CDU mit 35,3 Prozent vor der SPD (20,9 Prozent) und den Grünen (12,1 Prozent).


Die Kandidaten

Hans Wagner, parteilos (Foto: Michael Quiring/Pressefoto)
Hans Wagner, parteilos

Der 62-jährige Hans Wagner, früher unter anderem Mitglied in der CDU und später in der Familienpartei, steht als parteiloser Kandidat zur Wahl. Der gelernte Bauingenieur will das Oberbürgermeisteramt, das er 2012 übernommen hat, verteidigen. Im Wahlkampf verwies er unter anderem auf seine gute Bilanz. St. Ingbert sei nach wie vor die finanzstärkste Stadt im Saarland, habe keinerlei Kassenkredite zu bedienen. Stolz ist Wagner auch darauf, dass St. Ingbert mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet wurde. Wagner will St. Ingbert als familien- und seniorenfreundliche Stadt zu einer Studentenstadt weiterentwickeln und setzt dabei auch weiter auf Nachhaltigkeit.

Ulli Meyer (CDU) (Foto: Carsten Simon)
Ulli Meyer (CDU)

Mit Ulli Meyer hat die CDU einen erfahrenen Politiker als Herausforderer ins Rennen geschickt. Der 46-jährige ist seit zwei Jahren Staatsekretär im saarländischen Finanzministerium, arbeitete davor über ein Jahrzehnt in der Staatskanzlei, unter anderem als Leiter des Büros des Ministerpräsidenten. Als eines seiner vorrangigen Ziele für St. Ingbert sieht er, zur Versöhnung innerhalb der kommunalen Politik beizutragen. Es müsse Schluss sein mit "Aufrechnen und Abrechnen". Zudem will Meyer eine Reihe von Infrastrukturprojekten voranbringen und die Chance durch das nahe Cispa an der Universität nutzen und St. Ingbert zur "heimlichen IT-Hauptstadt" des Saarlandes machen.


Weitere Wahl-Ergebnisse

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