Jo Leinen (Foto: dpa/Oliver Dietze)

Leinen nicht mehr im Europaparlament

  26.05.2019 | 20:00 Uhr

Der Saarländer Jo Leinen war lange als Abgeordneter für die SPD im Europaparlament. Durch den Absturz der Sozialdemokraten bei der Europawahl 2019 wird er es dieses Mal allerdings nicht schaffen.

Leinen: "Ich werde an dem Thema Klimaschutz und Europa weiter arbeiten"
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 26.05.2019, Länge: 02:54 Min.]
Leinen: "Ich werde an dem Thema Klimaschutz und Europa weiter arbeiten"

Auf weit unter 20 Prozent der Stimmen kommt die SPD aller Voraussicht nach bei dieser Europawahl. Für Jo Leinen heißt das: Abschied nehmen von seinem Abgeordnetensitz im Europaparlament. Der saarländische SPD-Politiker äußerte im SR-Interview auch Kritik an der Listenaufstellung. Denn eigentlich hätte dem Saarland Listenplatz 16 zugestanden, was die Chancen für einen Sitz im Europaparlament deutlich verbessert hätte. Diesen Platz hatte die SPD aber wegen der Bürgerschaftswahl an Bremen abgegeben.

"Ich glaube nicht, dass das geholfen hat", zeigte Leinen sich enttäuscht. "Da müssen die Saarländer sich noch einmal überlegen, wie sie sich verkaufen und wie sehr sie sich für ihre eigenen Listenplätze einsetzen." Das generell schlechte Abschneiden der SPD in Deutschland führt Leinen auf die Themensetzung zurück. "Der Hype in den letzten Wochen lag auf dem Klimaschutz. Das geht mit den Grünen nach Hause. Migration, da sahnt die AfD ab. Unsere Thematik der sozialen Gerechtigkeit ist da ins Loch gefallen."

Europawahl 2019
Union vor Grünen, SPD verliert deutlich
Die SPD hat bei der Europawahl schwere Verluste erlitten. Laut dem vorläufigen Ergebnis hat die Partei über elf Prozentpunkte verloren und kommt nur noch auf 15,8 Prozent. CDU und CSU erleiden mit gemeinsam 28,9 Prozent Verluste, bleiben aber stärkste Kraft. Laut dem vorläufigen Ergebnis für das Saarland ist die CDU auch in der Region die stärkste Partei. Die Grünen haben deutlich zugelegt. Aus dem Saarland wird es im nächsten Parlament keinen Europaabgeordneten geben.

Leinen kündigte an, er werde jetzt "erst Mal Pause" machen. Dennoch wolle er sich weiter für die Themen Umwelt- und Klimaschutz sowie Europa engagieren.

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