Ein Wahlbrief wird in einen Briefkasten geworfen. (Foto: dpa/picture alliance/Sven Simon/Frank Hoermann)

Rekord bei Briefwahl auch im Saarland erwartet

Axel Wagner   07.09.2021 | 13:59 Uhr

Bei der Bundestagswahl zeichnet sich auch im Saarland eine Rekordbeteiligung bei den Briefwählern ab. Viele Kommunen gehen nach einer SR-Umfrage von einem Briefwahlanteil von 50 Prozent und mehr aus. In vielen Kommunen liegt die Briefwahlbeteiligung schon jetzt fast so hoch wie im bundesweiten Schnitt bei der vorherigen Wahl.

In der Landeshauptstadt Saarbrücken haben nach Angaben der Stadtverwaltung bereits jetzt 25 Prozent aller Wahlberechtigten Briefwahl beantragt, rund 30.000 Menschen. Spitzenreiter ist allerdings bis dato die Gemeinde Mandelbachtal mit einem Briefwahlanteil von 28 Prozent.

Noch vergleichsweise gering ist der Anteil der Briefwähler in Saarlouis. Hier haben erst 18,92 Prozent der Wahlberechtigten Unterlagen angefordert, 5040 Personen.

Grafik: So hoch ist der Anteil bisher

Was die Erwartungen für den gesamten Briefwahlanteil angeht, geht der Großteil der saarländischen Kommunen von zwischen 40 und 60 Prozent Briefwählern aus. Weiskirchen, Gersheim und Blieskastel rechnen mit bis zu 60 Prozent, St. Wendel und Saarbrücken mit 50 Prozent. Nur wenige Kommunen wie Völklingen und Bous rechnen mit einem geringeren Briefwähleranteil.

Weiterer Schub durch Pandemie

Damit verstärkt sich ein Trend, der bei Bundestagswahlen schon seit 1990 zu beobachten ist. Damals lag der Anteil der Briefwähler bundesweit bei 9,4 Prozent. Seither ist er stetig gestiegen, auf 28,6 Prozent 2017, und die Corona-Pandemie dürfte dem einen weiteren Schub verpassen. Schon jetzt haben einige Saar-Kommunen diesen Wert fast erreicht. Die Deutsche Post bereitet sich nach eigenen Angaben auf einen Briefwahlanteil von bundesweit 60 Prozent vor.

Auch die Landeswahlleitung geht von einer Rekordbeteiligung aus. Landeswahlleiterin Monika Zöllner sagte dem SR, sie rechne mit mehr als 50 Prozent Briefwählern. Die Briefwahlstimmen werden zeitgleich mit den am Wahlsonntag in den Wahllokalen abgegebenen Stimmen ab 18.00 Uhr in speziellen Briefwahllokalen ausgezählt.

Mehrkosten noch unklar

Wie sich der Briefwahlanteil auf die Kosten für die Bundestagswahl auswirkt, ist indes noch völlig unklar. Nach Angaben der Landeswahlleitung kostete die Durchführung einer Bundestagswahl im Saarland bislang rund eine Million Euro. Wie sich die gestiegene Zahl der Briefwähler und auch die zusätzlichen Hygienemaßnahmen in den Wahllokalen in den Kosten niederschlagen, könne erst nach der Wahl überblickt werden.

Wer Briefwahl machen und die Unterlagen per Post verschicken will, sollte das nach Empfehlung der Landeswahlleitung bis spätestens Donnerstag, 23. September tun. Landen die Unterlagen später im Briefkasten, kann die Post keine rechtzeitige Zustellung garantieren.


In jedem Landkreis ein bisschen anders
Wie geht das denn nun mit der Briefwahl?
Die Benachrichtigungen für die Bundestagswahl am 26. September sind raus. Der ein oder andere hat sie bereits im Briefkasten gefunden. In Saarbrücken kam sie als Brief, in Lebach war es eine klassische Wahlbenachrichtungskarte. Die Briefwahl zu beantragen ist auch nicht überall gleich. Simin Sadeghi klärt im Gespräch mit SR-Landespolitik-Redakteur Janek Böffel, wie's geht.

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