Luftballons mit der Aufschrift "Die Linke" liegen auf einem Tisch. (Foto: dpa/Jens Büttner)

Streit bei den Linken schwelt weiter

Christoph Grabenheinrich   04.09.2017 | 19:38 Uhr

Bei der saarländischen Linken kocht der Streit um die Bundestagswahlliste weiter hoch. Hinter den Kulissen geht es drunter und drüber, mittlerweile glaubt der Schriftführer der Partei, er solle mundtot gemacht werden. Er ruft dazu auf, die eigene Partei nicht zu wählen.

Schriftführer Adolf Loch formuliert weiter scharfe Kritik gegen den saarländischen Spitzenkandidaten Thomas Lutze, wirft ihm Manipulation und Stimmenkauf bei der Aufstellung der Bundestagswahlliste vor. Loch hatte deshalb das Landgericht angerufen, scheiterte dort aber.

Nun solle nachträglich der Streitwert vervierfacht werden, auf 100.000 Euro. Loch mutmaßt, Spitzenkandidat Lutze sei die treibende Kraft dahinter, schließlich habe sein Hausanwalt die Streitwertbeschwerde gestellt. Es gehe darum, ihn und andere Kritiker Lutzes wirtschaftlich zu ruinieren und so mundtot zu machen.

Lutze weist Kritik zurück

Lutze weist das als Unsinn zurück, er sei nicht mal Verfahrensbeteiligter. Der Anwalt gibt an, er habe die Streitwertbeschwerde im eigenen Namen gestellt und nicht im Auftrag eines Mitglieds der Linken.

Loch drängt trotzdem auf weitere parteiinterne Aufklärung. Er fordert Parteifreunde zudem auf, bei der Bundestagswahl zwar Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht zu wählen, die Zweitstimme aber nicht der Linken zu geben. Parteichefin Astrid Schramm erklärt, nach der Wahl müsse Tacheles geredet werden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 04.09.2017 berichtet.

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