Landesparteitag der Partei die Linke (Foto: dpa)

Weiter parteiinterne Streitereien bei den Linken

Thomas Gerber   04.08.2017 | 15:52 Uhr

Auch nach der Zulassung der Saar-Linken zur Bundestagswahl geht der parteiinterne Streit weiter. Die ehemaligen Landtagsabgeordneten Birgit Huonker und Astrid Kugler fordern den Rücktritt von Landesgeschäftsführer Andreas Neumann und dem Vorsitzenden der Schiedskommission, Nikolaus Staut.

Saar-Linke - der Streit geht weiter
Audio [SR 3, Thomas Gerber, 04.08.2017, Länge: 03:17 Min.]
Saar-Linke - der Streit geht weiter

Hintergrund der Rücktrittsforderungen sind Vorwürfe von Huonker und Kugler, Neumann und Staut hätten im parteiinternen Schiedsverfahren zur Anfechtung der Aufstellung der Landesliste versucht, die Landesvorsitzende Schramm auszubooten. Dazu gebe es einen viel sagenden internen E-Mail-Verkehr zwischen beiden.

Staut und Neumann weisen die Vorwürfe zurück. Bei den internen E-Mails, die dem SR vorliegen, handele es sich vielmehr um eine Art elektronische Irrläufer. Neumann habe Staut keineswegs Beschlüsse der Schiedskommission vorgegeben. Staut habe vielmehr stets versucht, die Parteichefin ins Verfahren einzubinden.

Ärger zwischen Lutze und Schramm

Astrid Schramm will die Sache nun intern aufklären. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, dann sollten Neumann und Staut allerdings tatsächlich ihre Ämter niederlegen. Wobei dieser Streit ganz offenbar nur an der Oberfläche spielt. Im Hintergrund wird immer klarer, das Tischtuch zwischen Schramm und dem umstrittenen Spitzenkandidaten Thomas Lutze ist zerschnitten.

Zwar geloben beide, gemeinsam Wahlkampf zu machen. Lutze, der in Schramms Abwesenheit einen Schrank der Vorsitzenden von einem Schlüsseldienst öffnen ließ, hat sich dafür zwar entschuldigt – im SR-Interview allerdings nachgelegt. Astrid Schramm sei 2013 angetreten, um die zerstrittene Partei zu einen. Integration Inzwischen aber Fehlanzeige. So würden Parteimitglieder auf Facebook gegen ihn mobil machen, wollten verhindern, dass er erneut in den Bundestag kommt. In jeder normalen Partei, so Lutze, würden solche Leute hochkant rausfliegen.

Über dieses Thema wurde am 4. August auch in der Rundschau auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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