Treffen von Bundestagsabgeordneten und Funktionären von SPD, Linken und Grünen in Berlin (Foto: dpa)

Rot-rot-grüne Annäherung

  19.10.2016 | 08:26 Uhr

Politiker von SPD, Linken und Grünen haben am Dienstagabend in Berlin über ein mögliches Regierungsbündnis nach der Bundestagswahl im kommenden Jahr beraten. Aus dem Saarland haben Elke Ferner (SPD), Christian Petry (SPD) und der Linken-Abgeordnete Thomas Lutze an der ersten großen rot-rot-grünen Runde teilgenommen. Für den Linken-Politiker war es eine erste Annäherung.

Das Treffen von etwa hundert Abgeordneten und Funktionären dauerte rund drei Stunden. Überraschend erschien auch SPD-Chef Sigmar Gabriel für eine halbe Stunde. Nach dem Gespräch lobten viele Teilnehmer die gute Atmosphäre. "Es gibt noch ein paar Hausaufgaben zu machen, bis man überhaupt ernsthaft darüber nachdenken kann", so Thomas Lutze. Der Linken-Politiker befürwortet es, eine Koalition links der Union zu bilden: "Dann wären wir wirklich einen Schritt weiter." Ziel müsse dabei ein Politik-, statt eines reinen Regierungswechsels sein.

Christian Petry (SPD) lobte im SR das Treffen als "guten Auftakt". Es habe einen deutlichen Schritt nach vorne gegeben mit dem man nicht gerechnet habe. Die Parteien hätten Gemeinsamkeiten in den Bereichen Soziales, Rente, Gesundheit und Umweltschutz identifiziert. Der Sinn dieser Treffen sei es, "dass wir ein Angebot an die Wähler machen möchten", so Petry. Man wolle zeigen, "dass es ein Gesellschaftsmodell mit politischen Inhalten gibt, das jenseits von rechtspopulistischen oder konservativen Gedanken ist."

Thomas Lutze zum rot-rot-grünen Treffen in Berlin
Audio [SR3, 19.10.2016, Länge: 0:48 Minuten]
Thomas Lutze zum rot-rot-grünen Treffen in Berlin

Die Union warnte unterdessen eindringlich vor einem rot-rot-grün regierten Deutschland. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer warnte vor einer "Linksfront". CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte, Rot-Rot-Grün wäre ein Stabilitätsrisiko für Europa und die Welt. SPD, Linke und Grüne wollen die Gespräche in dieser Runde fortsetzen.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten am 19.10.2016 berichtet.

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