Heiko Maas (Foto: imago/ Becker & Bredel)

Saar-SPD geht mit Maas in die Bundestagswahl

  07.11.2016 | 21:27 Uhr

Die SPD Saar zieht mit Bundesjustizminister Maas als Spitzenkandidat in den kommenden Bundestagswahlkampf. Der SPD-Landesvorsitzende wurde am Montagabend auf einer Delegiertenkonferenz in der Saarbrücker Congresshalle auf Platz eins der Landesliste gewählt.

Maas erhielt 97 Prozent der insgesamt 387 Stimmen. 375 Delegierte stimmten für den SPD-Landeschef, elf stimmten mit Nein. Ein Delegierter enthielt sich. Auf Platz zwei folgt Josephine Ortleb. Die Spitzenkandidatin im Wahlkreis Saarbrücken will als Nachfolgerin der langjährigen SPD-Bundestagsabgeordneten Elke Ferner nach Berlin gehen. Ortleb erhielt 81 Prozent der Delegiertenstimmen. Der Bundestagsabgeordnete Christian Petry aus dem Kreis Neunkirchen wurde mit 96 Prozent auf Landeslistenplatz drei gewählt. Auf den Plätzen vier und fünf folgen Rosi Gruhn aus dem Kreis Merzig Wadern sowie Esra Limbacher für den Saarpfalz-Kreis. Die SPD Saar hatte ihre Kandidaten für die vier saarländischen Bundestagswahlkreise bereits in den vergangenen Wochen bestimmt.

Alternativen zur Großen Koaltion

Zuvor hatte Maas seine Partei aufgefordert, vor der kommenden Bundestagswahl nach möglichen Alternativen zur Großen Koalition zu suchen. Der nächste Bundestag werde mit mehr Parteien "eine strukturelle parlamentarische Veränderung" zeigen, sagte Maas. "Wenn die generelle Antwort darauf sein soll, dass es nur noch große Koalitionen geben soll, dann ist das ein demokratisches Armutszeugnis für alle Parteien, die im Bundestag vertreten sein wollen." Es müsse darüber nachgedacht werden, was neben großen Koalitionen möglich wäre, inhaltlich und personell, so Maas unter Hinweis auf Sondierungsgespräche zwischen SPD, Linken und Grünen.

Über ein rot-rot-grünes Bündnis zu spekulieren, nutze aber nichts, wenn nicht klar sei, ob die Linkspartei überhaupt zum Regieren bereit sei. Die Linke müsse sich vor allem in der Sicherheits- und Außenpolitik bewegen: "Die Mitgliedschaft in EU, Nato und im Euro wird von der SPD nie zur Diskussion gestellt werden", so Maas.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten am 07.11.2016 berichtet.

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