Markus Tressel (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Grüne: Tressels nächste Zitterpartie

Caroline Uhl  

Markus Tressel ist seit Mai die Nummer eins der Grünen im Saarland. Er beerbte den Langzeitvorsitzenden Hubert Ulrich. Am 24. September will Tressel zum dritten Mal in Folge für seine Partei in den Bundestag einziehen – der ganze Grünen-Wahlkampf ist allein darauf zugeschnitten. Doch es wird eng.

Die Grünen im Saarland sind Zitterpartien gewöhnt. Sie landen in der Regel im mittleren einstelligen Bereich, egal ob die Besetzung von Landtag oder Bundestag ansteht. Im März bei der Landtagswahl flogen sie raus aus dem Parlament. Der Dauervorsitzende Hubert Ulrich legte seinen Posten in der Folge nieder.

SR 1 - Im Fahrstuhl mit ... Markus Tressel (Bündnis90/Die Grünen)
Video [SR 1, (c) SR 1, 06.09.2017, Länge: 04:04 Min.]
SR 1 - Im Fahrstuhl mit ... Markus Tressel (Bündnis90/Die Grünen)

Neuer Vorsitzender und gleichzeitig wieder Spitzenkandidat für die Bundestagswahl ist seit Mai der Ulrich-Vertraute Markus Tressel. Sein Name ist derzeit grünes Programm im Saarland. Egal ob Schulsozialarbeit, Gips-Tagebau, Studienplätze oder seine Steckenpferde Ländlicher Raum und Verkehr: Zu fast allen Themen spricht im Namen der Grünen derzeit Markus Tressel. Der Grund ist einfach: Die Nummer eins der Landesliste ist der einzige Saar-Grüne mit einer realistischen Chance auf den Einzug in den Bundestag. Deshalb ist auf ihn alles zugeschnitten.

Verdienste um die Touristik

Schon bei der Bundestagswahl 2013 hatte erst spät in der Nacht zum Montag festgestanden, dass es geklappt hatte mit dem Wiedereinzug ins Parlament. 5,7 Prozent im Saarland, 8,4 Prozent deutschlandweit hatten die Grünen damals bekommen. In diesem Jahr wird es ähnlich heikel für den 40-Jährigen werden. Dabei hat sich der zweifache Vater im Bundestag bisher gut geschlagen.

Er ist Obmann seiner Fraktion im Tourismusausschuss, außerdem ordentliches Mitglied im Verkehrsausschuss und im Unterausschuss für Regionale Wirtschaftsentwicklung. Für seine Tätigkeit im Tourismus-Gremium ehrte ihn in diesem Jahr die Vereinigung Deutscher Reisejournalisten mit einem Ehrenpreis. "Wie kein anderer" habe Tressel Probleme benannt und auf Lösungen gedrängt, so die Begründung. Schlagzeilen machte etwa seine Anfrage vom Januar 2016 zu den Folgen des Klimawandels für den Wintertourismus. Ergebnis: Nur neun Prozent der deutschen Skigebiete gelten mittelfristig als natürlich schneesicher.

Ländlicher Raum als Oberthema

Als Schüler trat Tressel 1994 bei den Grünen ein. Ab dem Jahr 2000 bekleidete er die ersten Parteiämter auf Landesebene, 2002 fand sich der Name Markus Tressel zum ersten Mal auf einer Landesliste für den Bundestag. Sieben weitere Jahre später stand dieser Name auf Listenplatz eins und Tressel zog ins Parlament ein.

Als saarländischer Vertreter im Bundestag sieht er seine Arbeit vor allem in der Entwicklung des Ländlichen Raums. Nahversorgung, Verkehr, Bevölkerungsentwicklung, Touristik, das alles spiele bei diesem Thema mit rein, sagt er. In diesen Bereichen würde er auch parlamentarisch weiterarbeiten wollen. Doch erst mal muss es klappen mit dem Wiedereinzug. Und das wird erneut eine Zitterpartie.