Christian Wirth ist im zweiten Anlauf zum AfD-Spitzenkandidat für die Bundestagswahl gewählt worden. (Foto: Imago/Becker&Bredel)

Überraschung bei Wahl für AfD-Bundestagsliste

Katrin Aue / Onlinefassung: Caroline Uhl   02.07.2017 | 14:03 Uhr

Der Saarbrücker Anwalt Christian Wirth wird Spitzenkandidat der Saar-AfD für die Bundestagswahl. Bei einer Mitgliederversammlung in Sulzbach setzte er sich gegen Michel Dörr durch. Es war bereits der zweite Anlauf für eine Listenaufstellung.

Die erste Landesliste aus dem April hatte das Landgericht wegen eines Formfehlers kassiert. Deshalb folgte am Sonntag der zweite Versuch. Wieder traten Michel Dörr und Christian Wirth als Konkurrenten um die Spitzenkandidatur gegeneinander an. Im April war Michel Dörr, der Sohn des AfD-Landesvorsitzenden Josef Dörr noch mit großem Vorsprung zum Spitzenkandidaten gewählt worden. Diesmal aber kam es anders: Der Saarbrücker Rechtsanwalt Wirth gewann mit 70 zu 63 Stimmen gegen Gymnasiallehrer Dörr.

Bei der neuerlichen Abstimmung durften alle anwesenden Mitglieder entscheiden, und nicht nur die Delegierten, wie im April. Deshalb hatte sich Wirth im Vorfeld nach eigener Aussage bessere Chancen auf die Spitzenkandidatur ausgerechnet.

OLG entscheidet am Freitag

Dörr und Wirth hatten sich am Vormittag zunächst den Mitgliedern vorgestellt. Danach sollten die Kandidaten für die weiteren Listenplätze folgen. Sie sollten dann im Laufe des Tages gewählt werden.

Wirth ist Spitzenkandidat der Saar-AfD
Audio [SR 3, (c) SR, 03.07.2017, Länge: 02:58 Min.]
Wirth ist Spitzenkandidat der Saar-AfD

Da der AfD-Landesverband gegen die Entscheidung des Landgerichts Einspruch eingelegt hat, kommt es am Freitag vor dem Saarländischen Oberlandesgericht zu einer Berufungsverhandlung. Die nun abgehaltene Wahl habe man angesetzt, weil man nicht wisse, wann es in der Sache ein Urteil gebe, hatte Parteisprecher Rolf Müller erklärt. Die Frist für die Einreichung einer Landesliste endet am 17. Juli.

Was passiert, wenn das Oberlandesgericht die erste Wahl mit Dörr als Sieger nun doch für gültig erklärt, ließ Sprecher Müller offen. Der Anwalt der Partei habe erklärt, dass es einen solchen Fall noch nie gegeben habe.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 02.07.2017 berichtet.

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