Eine ältere Person holt Kleingeld aus dem Portemonnaie (Foto: dpa/Stephanie Pilick)

Saarland mit Plan gegen Armut im Verzug

Uli Hauck   30.11.2017 | 09:10 Uhr

Der von der Großen Koalition lange angekündigte Aktionsplan gegen Armut im Saarland soll erst im kommenden Jahr umgesetzt werden. Das hat die saarländische Sozialministerin Bachmann gegenüber dem SR angekündigt. Verbände warten auf konkrete Hilfen.

Vertreter der saarländischen Armutskonferenz haben den Eindruck, die Landesregierung schiebe die Armutsbekämpfung auf die lange Bank. Denn Daten und Informationen über arme Menschen gebe es spätestens seit dem saarländischen Armutsbericht aus dem Jahr 2015, trotzdem fehle weiter ein konkreter Aktionsplan.

Der Vorsitzende der Armutskonferenz Wolfgang Edlinger wünscht sich statt Statistiken Hilfen für arme Saarländer im Bereich Gesundheit, bei bezahlbarem Wohnraum und beim Thema Kinderarmut. Auch Astrid Schramm von der oppositionellen Linksfraktion sieht die Landesregierung in der Pflicht. Sie findet, dass die Zuständigkeiten für Armutsbekämpfung stärker gebündelt werden müssen.

Erster Gesprächstermin

Sozialministerin Monika Bachmann (CDU) hatte im Sommer angekündigt, bis Ende des Jahres Maßnahmen gegen Armut erarbeiten zu lassen. Jetzt soll es im Januar einen ersten Gesprächstermin geben. Zu geplanten Projekten zur Bekämpfung der Armut im Saarland konnte sie noch keine Angaben machen.

Aktionsplan gegen Armut nicht weiter aufschieben

Die Linke im Saarländischen Landtag kritisiert, dass die Landesregierung erst im nächsten Jahr die Gespräche über den lang angekündigten Aktionsplan führen will. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Astrid Schramm sagte, wenn die Landesregierung es ernst meine mit der dringend nötigen Armutsbekämpfung, könne sie in der kommenden Woche ein Zeichen setzen. Dann soll der Haushalt für 2018 beschlossen werden.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 30.11.2017 berichtet.

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