Collage: Friedrich Merz und Annegret Kamp Karrenbauer (Foto: picture alliance/Michael Kappeler/Kay Nietfeld/dpa)

Stichwahl zwischen Merz und AKK

  07.12.2018 | 16:12 Uhr

Die Entscheidung über den Parteivorsitz der CDU Deutschlands fällt in einer Stichwahl zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz. Im ersten Wahlgang erhielt keiner der Kandidaten die nötige absolute Mehrheit von 500 Delegiertenstimmen.

Die frühere saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer kam auf 450 Stimmen, für Friedrich Merz entschieden sich 392 Delegierte. Auf den dritten Kandidaten Jens Spahn entfielen 157 Stimmen.

"Mut" zentrales Thema bei Kramp-Karrenbauer

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Zuvor hatte Kramp-Karrenbauer in ihrer Bewerbungsrede ihre Partei aufgerufen, den "Mut" für die Aufgaben der Zukunft zu haben. Die CDU müsse den Mut haben, "nicht den Schwarzmalern hinterherzulaufen". Die CDU müsse die Digitalisierung vorantreiben, einen starken und konsequenten Staat durchsetzen und Verantwortung für das Gemeinwohl auch mit einem Gesellschaftsjahr schaffen. Die CDU müsse mit ihren Ideen eine Strahlkraft entwickeln und daraus ihre Stärke ziehen und nicht, weil sie den stärksten Angriff auf den politischen Gegner fahre, sagte Kramp-Karrenbauer. "Das reicht mir für eine Volkspartei wie die CDU nicht aus." Die Partei müsse stark sein und "unzweideutig" zu ihrem Wertekompass stehen.

Merz für "Strategiewechsel"

Merz sprach sich für einen Strategiewechsel beim Umgang mit Themen, in der Auseinandersetzung mit dem politischen Wettbewerber sowie in der Kommunikation mit den Bürgern. "Von diesem Parteitag muss ein Signal des Aufbruchs und der Erneuerung unserer Partei ausgehen", sagte Merz. Er erneuerte zudem seine Forderung nach einer "Agenda für die Fleißigen" und sagte im Hinblick auf die Einwanderungspolitik: "Es gibt auch Grenzen unserer Möglichkeiten."

Langer Beifall für Merkel

Gestartet war der Parteitag mit einer ungewohnt emotionalen Rede von Angela Merkel, die 18 Jahre an der Spitze der CDU stand. "Es war mir eine große Freude. Es war mir eine Ehre", sagte Merkel sichtlich gerührt. Der Parteitag dankte ihr mit minutenlangen stehenden Ovationen.


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