Eine Pflegekraft (l) begleitet die Bewohnerin eines Altenheims beim Gang über den Flur (Foto: picture alliance / Oliver Berg / dpa)

Wer zahlt die Corona-Prämie für Altenpfleger?

Christoph Grabenheinrich/Onlinefassung: Markus Person   22.04.2020 | 19:03 Uhr

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den Pflegekräften eine Prämie von bis zu 1500 Euro versprochen. Nun wird hitzig debattiert, wie die finanziert werden soll. Bislang waren die Betreiber von Pflegeheimen davon ausgegangen, dass sie die Mehrkosten direkt mit den Pflegekassen abrechnen könnten. Doch bei den Krankenkassen hat sich Widerstand formiert.

Der Verband der Ersatzkassen (vdek) unterstützt das Vorhaben der Bundesregierung, einmalige Pflege-Boni an Pflegekräfte in Höhe von 1500 Euro zu zahlen. Diese Gruppe leiste einen entscheidenden Beitrag dazu, die Gesundheitsversorgung in Zeiten der Corona-Pandemie aufrecht zu halten. Allerdings wollen die Krankenkassen nicht die Kosten für die Boni zahlen. Es könne nicht sein, dass dafür nur die Beitragszahler aufkommen müssten, vielmehr handele es sich um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Mehrere Krankenkassen fordern deshalb, die Boni über Steuermittel zu finanzieren. 

Finanzierung der Prämie für Pflegekräfte völlig unklar
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 22.04.2020, Länge: 01:56 Min.]
Finanzierung der Prämie für Pflegekräfte völlig unklar

Mehrkosten in Milliardenhöhe möglich

Nach Angaben des vdek geht es um Mehrkosten in der Pflegeversicherung von rund 900 Millionen Euro, wenn die Boni nicht aus Steuermitteln gezahlt würden. Falls die Pflegeboni auf Pflegekräfte in den Krankenhäusern ausgeweitet werden sollten, würden nochmal 1,6 Milliarden Euro auf die gesetzliche Krankenversicherung zukommen. Dies würde wohl zwangsläufig zu höheren Kassenbeiträgen führen. Zudem befürchten Patientenschützer, dass auch die Pflegebedürftigen selbst über höhere Zuzahlungen von den Heimen zur Kasse gebeten werden.

Prämie rückt näher

Trotz der Diskussion rückt die Prämie für Pflegekräfte näher. So haben sich Gewerkschaften und Pflege-Arbeitgeber auf eine Staffelung für Pflegekräfte, Auszubildende und andere Beschäftigte in Altenheimen geeinigt. Die Finanzierung werde in den kommenden Tagen geregelt, beteuert derweil Bundesgesundheitsminister Spahn. Es müsse geklärt werden, welchen Teil der Kosten der Bund, welchen die Länder und welchen die Pflegekassen übernehmen würden.

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