Demonstranten auf dem Theatervorplatz am 9. Mai 2020 (Foto: SR/Thomas Gerber)

Rund 500 Teilnehmer bei Corona-Demo

mit Informationen von Thomas Gerber   09.05.2020 | 16:43 Uhr

An einer Demonstration gegen die Beschränkungen in der Coronakrise haben am Samstag in Saarbrücken knapp 500 Bürgerinnen und Bürger teilgenommen. Auch an anderen Orten gab es Protestaktionen.

"Dass Menschen wieder demonstrieren dürfen, zeugt von der Kraft des Rechtsstaates"
Audio [SR 3, Interview: Gerd Heger/Bijan Moini, 11.05.2020, Länge: 02:52 Min.]
"Dass Menschen wieder demonstrieren dürfen, zeugt von der Kraft des Rechtsstaates"

Zu der Kundgebung vor dem Staatstheater hatten drei Künstler aufgerufen. Eine Sprecherin bezeichnete die Demonstration als "Kunstaktion gegen die neue Normalität".

Auf Transparenten forderten die Teilnehmer die Wiederherstellung der Freiheitsrechte und ein Ende der Kontaktbeschränkungen. An der Demonstration hatten zahlreiche Familien mit ihren Kindern, aber auch Impfgegner und einige wenige Mitglieder der rechten Szene teilgenommen. Über Zwischenfälle wurde nichts bekannt.

Weitere Aktionen im Saarland und bundesweit

Auch in St. Wendel demonstrierten etwa 140 Personen gegen die Corona-Beschränkungen. Neben diesen Aktionen gab es auch Versammlungen am Grenzübertritt zu Frankreich in Kleinblittersdorf sowie im luxenburgischen Schengen. Nach Polizeiangaben protestierten an beiden Grenzorten jeweils 40 Menschen friedlich für eine gemeinsame Linie in der Europäischen Union. Insgesamt hätten sich die Demonstrierenden so gut wie möglich an geltende Vorgaben, etwa an die Abstandsregeln, gehalten.

Bundesweit fanden ähnliche Demos statt. In Stuttgart lief die Demonstration auf den Cannstatter Wasen ebenfalls friedlich ab. Bei einer Demonstration vor dem Reichstagsgebäude in Berlin wurden etwa 30 Personen festgenommen. Dabei ging es vor allem um die Feststellung der Personalien, weil trotz der Ansage der Polizei zu viele Menschen auf dem Platz vor dem Reichstag waren oder der Mindestabstand nicht eingehalten wurde.

Kritiker befürchten eine Vereinnahmung durch Verschwörungstheoretiker und Rechtspopulisten.

Über dieses Thema haben auch die SR-Hörfunknachrichten am 09.05.2020 berichtet.

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