Um sich vor Stichen zu schützen, tragen Imker oft einen Schutzhelm. (Foto: Felicitas Fehrer)

Es summt und brummt bei Ursapharm

Felicitas Fehrer   13.06.2018 | 15:56 Uhr

Um dem weltweiten Bienensterben entgegenzuwirken, bietet die Initiative „Beefuture“ Unternehmen die Möglichkeit, auf ihren Firmengrundstücken Bienenvölker anzusiedeln. Das saarländische Unternehmen Ursapharm in Bübingen hat sich nun acht Bienenvölkern angenommen, die jetzt für immer auf der Wiese neben dem Mitarbeiterparkplatz leben.

Noch vor 70 Jahren gab es über zwei Millionen Bienenvölker in Deutschland. Heute sind es nur noch rund 700.000 – ein Rückgang von über 65 Prozent. „Es wird dringend Zeit, zu handeln. Denn wir stehen alle in einer gesellschaftlichen Verantwortung“, sagt Frank Weiss, Inhaber von Beefuture. Das Rettungsprojekt für die kleinen Honigsammler organisiert zahlreichen Bienenvölkern ein neues Zuhause auf verschiedenen Firmengeländen. Dabei übernimmt das Beefuture-Team die Pflege und die Honigernte der eingesetzten Bienenvölker.

Am Mittwochmorgen sind auch im saarländischen Bübingen acht neue Bienenhäuser eingetrudelt – auf dem Ursapharm-Gelände. Auch mit dabei war der katholische Kindergarten St. Agatha aus Kleinblittersdorf, der die Patenschaft für eines der Bienenvölker übernommen hat. 80 Kinderaugen waren live dabei, als die Bienen ihr neues Zuhause erkundet haben.

Das Highlight: Die Kinder durften frischen Honig naschen, der direkt aus der Wabe gekratzt wurde. Und sie waren begeistert. Es fielen Sätze wie: „Das schmeckt viel besser als der Honig bei uns zu Hause!“

Ohne Bienen keine Menschen

Frank Weiss hat den Kindern erklärt, warum das Bienensterben so gefährlich ist: „Bienen haben einen enormen Einfluss auf die Umwelt und den Menschen. Mehr als 80 Prozent unserer Blütenpflanzen sind auf die Bienenbestäubung angewiesen. Ohne Pflanzen keine Tiere – ohne Tiere keine Menschen.“ Ursachen für das Bienensterben sind Krankheiten, Pestizide, Klimaveränderungen, Monokulturen und Ausbeutung.

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„Ich bin mir sicher, dass wir nur mit Hilfe von Kooperation, Förderern und Unternehmen eine positive Symbiose zwischen Mensch, Flora und Fauna erschaffen können, die wir in den letzten Jahrzehnten selbst zerstört haben“, sagt Weiss.

Frischer Honig für die Mitarbeiter

Boris Röder, Leiter der Unternehmenskommunikation von Ursapharm, ist stolz, dass die Bienen nun das Bübinger Firmengelände ihr neues Zuhause nennen dürfen. „Die Mitarbeiter haben das auch alle ganz positiv aufgefasst. Da war keiner, dem es irgendwie unangenehm war, dass hier jetzt Bienenvölker hinziehen. Uns allen ist es wichtig, ein Bewusstsein für die Erhaltung der Bienenvölker zu schaffen“, sagt Röder. „Außerdem profitieren wir ja auch von dem frischen Honig.“

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