Polizei (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Immer weniger Bewerber bei der Saar-Polizei

  19.10.2018 | 12:12 Uhr

Die Bewerberzahlen für den Polizeidienst im Saarland haben ein Rekordtief erreicht. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und die Deutsche Polizei Gesellschaft (DPolG) sehen die Gründe dafür in der Sparpolitik der Landesregierung.

Rekordtief beim Polizeinachwuchs
Video [SR Fernsehen, (c) SR, 19.10.2018, Länge: 00:24 Min.]
Rekordtief beim Polizeinachwuchs

Die Gewerkschaft teilte mit, dass sich in diesem Jahr rund 600 Menschen für den Polizeivollzugsdienst im Saarland beworben hätten. Diese Zahl bilde einen neuen Tiefstwert. Im letzten Jahr hätte es noch knapp 850 Bewerber gegeben, vor zehn Jahren noch rund 1300. Aber nicht nur die Bewerberzahlen sind auf einem historisch niedrigem Wert, sondern auch die Beschäftigtenzahlen mit 2500 aktiven Vollzugsbeamtinnen und –beamten. Die Gründe dafür sieht die GdP im Sparkurs der Politik.

"Haben das Schiff ´Polizei´ in Richtung des Eisberges gesteuert"

Intverview: David Maaß, GdP Saar, zum Rückgang der Polizeibewerber
"Die äußeren Bedingungen sind schlecht geworden"

„Die politisch Verantwortlichen haben das Schiff ´Polizei´ in den letzten Jahren sehenden Auges in Richtung des Eisberges gesteuert“, sagt der Landesvorsitzende David Maaß. Personalabbau, hohe Arbeitsbelastung und schlechte Bezahlung seien die Gründe, warum sich junge Menschen lieber in der freien Wirtschaft oder bei anderen Polizeien bewerben. Tobias Hans, als neuer Ministerpräsident, habe es nun in der Hand, das zu ändern. Um die saarländische Polizei als Arbeitgeber wieder attraktiv zu machen, fordert die Gewerkschaft 500 Mehreinstellungen bis 2030 und eine Anpassung der Bezahlung an den Bundesdurchschnitt.

DPolG kritisiert das Einstellungsverfahren

Die Deutsche Polizei Gesellschaft stimmt damit in großen Teilen überein und kritisiert ebenfalls die Sparpolitik. Zusätzlich führt die Gewerkschaft die schlechten Beförderungsaussichten im Gegensatz zu anderen Bundesländern als Grund für die mangelnden Bewerbungen an. Kritik übt die DPolG außerdem am Einstellungsverfahren. „Das gesamte Verfahren dauert aktuell viel zu lange“, sagt Landesvorsitzender Sascha Alles. Daher spreche sich die Gesellschaft für zwei Einstellungstermine im Jahr und eine jederzeit mögliche Initiativbewerbung aus.

Über dieses Thema wurde auch in den Hörfunknachrichten vom 19.10.2018 berichtet.

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