Eine Hebamme hört den Bauch einer Schwangeren ab. (Foto: picture alliance / Uli Deck/dpa)

"Studium macht Hebammen-Beruf wieder attraktiver"

Julie Scheuermann   17.10.2018 | 16:35 Uhr

Hebammen sollen künftig studieren. Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt. Der saarländische Hebammenverband reagierte erfreut. Ein entsprechender Studiengang an der HTW sei lange geplant, aber bisher an der Politik gescheitert.

Jens Spahn will sich für eine akademische Ausbildung der Hebammen einsetzen. "Hebammen helfen beim Start ins Leben", sagte der Gesundheitsminister. "Dafür brauchen sie die bestmögliche Ausbildung - theoretisch und praktisch." Ein duales Studium soll daher den immer weiter steigenden Anforderungen des Berufs gerecht werden. Es soll zudem Theorie und Praxis besser verbinden.

 Hebammen profitieren von einem Studium

Der Hebammenverband im Saarland begrüßt die Initiative des Bundesgesundheitsministers. Eine akademische Ausbildung fordert der Verband seit Jahren. "Ein Studium macht den Beruf der Hebamme wieder attraktiver", sagt Anne Wiesen, die Vorsitzende des saarländischen Hebammenverbandes. Das Saarland profitiere außerdem als Ausbildungsstandort. Die Anmeldungszahlen an den Fachschulen seien gesunken, da es in anderen Städten bereits Studiengänge für Hebammen gebe. Die Hebammenverbände erhoffen sich durch die neue Regelung wieder mehr Hebammen, die in den Kreissälen arbeiten und eine bessere Zusammenarbeit mit den Ärzten in der Geburtshilfe.

"Es gibt noch viel zu tun"

Der saarländische Hebammenverband erklärte außerdem, dass Hebammen ihren Beruf mit einem Studium EU-weit ausüben können. "Das ist Hebammen, die nach 2016 ausgebildet wurden, im Moment nicht oder nur mit zusätzlichem Studium möglich", sagt Wiesen. Zudem eröffne ein duales Studium mit seinem größeren Anteil an Theorie auch neue Aufstiegsmöglichkeiten, beispielsweise in der Forschung. "Ein entsprechender Studiengang an der HTW ist in Zusammenarbeit mit der Uniklinik Homburg und dem CTS Saarbrücken bereits geplant", so Wiesen, "aber es gibt noch viel zu tun." Eine Änderung des Hebammengesetzes durch den Bundestag ist notwendig und die bisherigen Lehrkräfte an den Fachschulen müssen eine Weiterbildung erhalten.

Mit seiner Zusage zu einem dualen Studium folgt der Bundesgesundheitsminister einer EU-Richtlinie. Diese fordert, dass in allen EU-Staaten bis Januar 2020 eine akademische Ausbildung für Hebammen eingeführt wird.

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