Gitarre (Foto: IMAGO / Panthermedia)

Rockband trifft Orchester beim Sinfoniekonzert "Anima One"

Anne Staut   10.05.2022 | 20:18 Uhr

Am Freitag erwartet die Besucher der Fruchthalle in Kaiserslautern die Uraufführung eines ganz besonderen Sinfoniekonzertes. Bei "Anima One", das der Saarländer Günter Werno geschrieben hat, treffen Orchester und Rockband aufeinander. Das Besondere: Nicht der Rocksong, sondern die klassische Musik gibt hier die Struktur vor. Welche Herausforderungen das mit sich bringt, erzählt der Musiker im Interview mit SR.de.

Für den saarländischen Musiker Günter Werno, unter anderem bekannt durch die Band Vanden Plas, geht mit seinem ersten Sinfoniekonzert "Anima One" ein Traum in Erfüllung. Zwei Jahre hat er an dem Sinfoniekonzert gearbeitet, wegen der Coronapandemie verzögerte sich die Aufführung.

Am Freitag ist es jetzt endlich soweit, das Sinfoniekonzert für Rockband und Orchester wird in der Fruchthalle in Kaiserslautern uraufgeführt. Für sein Sinfoniekonzert, das die Stadt Kaiserslautern in Auftrag gegeben hatte, hat Werno die typische Form des klassischen Konzerts für Orchester und Soloinstrument übernommen.

Es besteht aus drei Sätzen, die Rockband übernimmt den Part des Soloinstruments. Formales Vorbild ist das "Concerto for Group and Orchestra" von Jon Lord aus dem Jahr 1969, das die Band Vanden Plas 2019 auch gemeinsam mit dem Orchester des Pfalztheaters im Rahmen eines Sinfoniekonzertes aufgeführt hatte.


SR.de: Nächsten Freitag findet die Uraufführung Ihres Sinfoniekonzerts "Anima One" für Rockband und Orchester statt. Herr Werno, die Kombination aus Rockband und Orchester kennt man ja bereits. Mit Ihrem Sinfoniekonzert gehen Sie jetzt aber einen anderen Weg, nicht die Struktur des Rocksongs, sondern der Klassik steht im Vordergrund. Wie funktioniert das?

Werno: Dass Rockmusik und Orchestermusik gut zusammenpassen, das ist schon länger bekannt. Es gibt viele Formate wie Rock meets Classic, wo das miteinander funktioniert und diese Fusion ist schon fast eine eigene Stilistik. Bei Rock meets Classic ist aber der Rocksong die zugrunde liegende Struktur, über die das Orchester mehr oder weniger arrangiert wird. Das ist hier anders: Hier wird die klassische Struktur zugrunde gelegt.

Für meinen Geschmack ergänzt sich das sehr gut. Die Stärken der Rockmusik kann das Orchester noch mehr rauskitzeln. Ein Gitarrenakkord oder ein brachialer Drumrhythmus kann durch das Orchester, etwa durch Hörner, verstärkt werden. Genauso gut ist es andersrum. Die Band kann rhythmische Sachen aufgreifen, nochmal verfeinern und deutlicher machen.

Der Musiker Günter Werno bei einem Auftritt. (Foto: Privat)
Der Musiker Günter Werno steht bereits seit 30 Jahren mit der Rockband Vanden Plas auf der Bühne.

SR.de: Welche Herausforderungen bringt die Zusammenarbeit von Rockband und Orchester mit sich?

Werno: Kompositorisch ist es die größte Herausforderung, das auf einen Nenner zu bringen. Ich bin schon seit 30 Jahren in der Rockband Vanden Plas und komponiere seit dieser Zeit Songs und nur wenige instrumentale Stücke. Die Sinfonie war zunächst nur instrumental geplant und es ist eine ganz andere Herausforderung, ohne durch Texte und Gesangsmelodie "verwässerte" Musik zu schreiben.

Außerdem spielt eine Rockband normalerweise nicht nach Dirigent. Im Orchester gibt der Dirigent die Rhythmik und das Tempo an, in einer Rockband spielt man eher nach Schlagzeug. Das sind andere Auffassungen, wie man Musik macht, wie man musikalisch miteinander kommuniziert. Wenn man das aber kombiniert, muss man sich als Rockmusiker dem Dirigenten unterordnen.

SR.de: Wie ist Ihre Band mit dieser Herausforderung zurechtgekommen?

Werno: Das kann man alles lernen. Wir haben ganz viele Musicals gespielt und selbst geschrieben und da auch immer wieder Orchestererfahrung gesammelt.

Für uns ist es wirklich klasse mit Orchestermusikern zu spielen. Das sind ja alles super ausgebildete Instrumentalisten. Bis die erstmal im Orchester sind, müssen sie wahnsinnige Aufnahmeprüfungen durchlaufen und das ist natürlich toll mit solchen Extraklasse-Musikern zu spielen.

SR.de: Vielen Dank für das Gespräch.


Die Uraufführung von "Anima One" findet am Freitag in der Fruchthalle in Kaiserslautern statt. Das Konzert mit dem Orchester des Pfalztheaters Kaiserslautern unter der Leitung von Pavel Baleff, den Musikern der Band Vanden Plas sowie den Sängern Andy Kuntz, Astrid Vosberg und dem Anima-Chor beginnt um 20.00 Uhr.

Tickets gibt es zum Preis von 30,00 Euro (Kategorie I), 26,50 (Kategorie II) und 17,50 Euro (Kategorie III) unter anderem bei der Tourist-Information Kaiserslautern, Telefonnummer: 0631-365-2316.

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